Auf die Rote Piste Skifreizeit für Schulen aus dem Osnabrücker Land

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Osnabrück. Jede Menge Schnee-Spaß hatten letzte Woche insgesamt 38 Schüler aus Stadt und Landkreis Osnabrück. Sie kehrten dem lauen Februar in Niedersachsen für sechs Tage den Rücken, stiegen samstags abends in den Reisebus und wachten am Sonntagmorgen inmitten einer weißen Berglandschaft, den Kitzbüheler Alpen, wieder auf.

Im Skigebiet Fieberbrunn in Tirol erwartete sie ein abwechslungsreiches Programm, zu dem jeden Tag sechs Stunden Skifahren, aber auch Schneeballschlachten, eine Einheit Lawinenkunde und eine Fackelwanderung gehörten. Noch etwas verschlafen stiegen die Schüler der Schule am Roten Berg (SARB) Hasbergen, der Erich-Maria-Remarque-Realschule (EMR) Osnabrück und der Oberschule Hilter aus dem Bus. Ab zum Ski-Verleih und dann in die Gondel, die sie hinauf zu ihrem Quartier, die Lärchfilzhochalm, trug. Auf 1400 Meter war die Müdigkeit durch die klare Höhenluft wie verflogen, und nach dem Kofferauspacken im urigen Bettenlager der Berghütte konnten die Kurse auch schon beginnen. Durchgeführt wurden sie von sechs Betreuern, darunter Sportlehrer der drei Schulen, die die Berechtigung zur Leitung einer Schulskifahrt haben.

Schon nach den ersten zwei Übungstagen konnten die Schüler leichte Pisten fahren. Marius Kluwe (12), EMR-Schüler, stand zum ersten Mal auf Skiern und rutschte am Ende der Woche sogar rote Pisten hinunter: „In den ersten Tagen hatte ich ganz schön Muskelkater, aber dann ging es immer besser. Ich will auf jeden Fall weitermachen mit Skifahren“, sagte er am Ende der Fahrt. Unter den Schülern waren aber auch einige echte „Cracks“, die schon oft mit ihren Familien im Skiurlaub üben konnten. Wie die Pistenblitze flogen sie auf der Schulskifahrt in der Fortgeschrittenengruppe über die Sprungschanzen im Funpark. „Ich fahre gerne auf Geschwindigkeit“, verriet EMR-Schüler Michel Blau (14), der bereits zum zweiten Mal an der Schul-Skiveranstaltung teilnahm und im letzten Jahr bei der Ski-Taufe den Namen „Pisten-Terminator“ erhielt.

Die Ski-Taufe, bei der die Schüler am mit Fackeln beleuchteten Schnee-Altar von Schneegott Uri und seiner Frau Lawinia zu echten Skifahrern ernannt werden, war einer der Höhepunkte. „Guckt mal, das sind doch Jens und Ansgar“, riefen Schüler, die meinten, unter der Verkleidung ihren Lehrer und den Busfahrer zu erkennen. Auch weil die Kinder ihre Betreuer duzen durften – ab einer Höhe von 1000 Metern ist Duzen die Regel –, herrschte stets eine lockere Stimmung. Die Schüler hatten Spaß, die Erwachsenen bei einer Schneeballschlacht einzuseifen oder sie beim Spiele-Abend zu besiegen.

Auf den Pisten hatten dann wieder die Lehrer die Oberhand. „Auf einer Schul-Skifahrt muss alles sehr gut durchstrukturiert sein, sonst artet allein das Anziehen der Ski-Schuhe plus Anschnallen der Bretter und Stöcke schnell in eine Materialschlacht aus“, erklärte Veronika Warnke-Holkenbrink. Zusammen mit zehn Schülern der Oberschule Hilter in Borgloh nahm die Sportlehrerin zum ersten Mal an der Fahrt teil. Die Kombination aus Skifahren lernen und Bergwelt erleben sei ein Top-Angebot für die Kinder. Zudem hätte es den Lerneffekt des Aufeinanderachtgebens und Kennenlernens von Schülern anderer Schulen.

Die einwöchige Schul-Skifahrt hat Tradition. Seit über 20 Jahren wird sie den Schülern der Erich-Maria-Remarque-Realschule zu Jahresbeginn angeboten. Seit acht Jahren freuen sich auch SARB-Schüler mitzufahren. „Früher fuhren wir nach Balderschwang im Allgäu, seit zwei Jahren geht es nun aus organisatorischen Gründen nach Tirol“, berichtete SARB-Lehrerin Barbara Schäper, die schon seit neun Jahren mit von der Partie ist. Durch eine gemeinsame Fortbildung der Erich-Maria-Remarque-Realschule mit der Oberschule Hilter ergab sich nun auch in Borgloh Interesse am Skifahren. So kamen in Hasbergen, Osnabrück und Borgloh ausgepowerte, aber glückliche Schüler mit Ski-Urkunden in der Hand wieder nach Hause.


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