Obst und Gemüse Osnabrück will „essbare Stadt“ werden

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Obst und Gemüse mitten in der Stadt. Osnabrück will möglicherweise die Idee der „essbaren Stadt“ aufgreifen. Foto: dpaObst und Gemüse mitten in der Stadt. Osnabrück will möglicherweise die Idee der „essbaren Stadt“ aufgreifen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Stadt will prüfen, ob auf öffentlichen Grünflächen heimisches Obst und Gemüse gedeihen kann, das jeder ernten darf. Der Stadtrat stimmte einer entsprechenden Anregung der Fraktion UWG/Piraten zu.

„Essbare Stadt“ heißt das Konzept, das Osnabrück einfach von anderen Städten abkupfern könnte. Vorreiter ist die Stadt Andernach am Mittelrhein , die schon 2008 begann, auf öffentlichen Grünflächen Erdbeeren, Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Kürbisse oder Karotten zu ziehen. Und jeder kann sich davon bedienen. Er muss nicht einmal vorher Hand angelegt haben. Allerdings würde es gern gesehen, wenn Privatleute, Schulklassen, Nachbarschaften oder andere Gemeinschaften sich um die öffentlichen Anbauplätzchen kümmern würden. Ähnliche Projekte gibt es auch in Freiburg, Halle, Heidelberg und Kassel, wo ein gemeinnütziger Verein die kleine Landwirtschaft zwischen Häusern und Straßen ehrenamtlich bewirtschaftet.

Die Idee, die UWG und Piraten per Antrag in den Rat trugen, fand grundsätzliche Zustimmung bei allen anderen Fraktionen. SPD und Grüne ergänzten den Ursprungsantrag von UWG und Piraten : So soll die Verwaltung die Kleingärten, die Freiwilligen-Agentur und andere Gemeinschaftsinitiativen in die Konzeptentwicklung einbeziehen. Darüber hinaus soll die Hochschule mit ihrem Fachwissen über das „Urban Gardening“ ins Boot geholt werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (Stua) und der Betriebsausschuss für den Service-Betrieb werden sich weiter um das Thema kümmern.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) sagte, auch er wünsche sich sehr, dass Osnabrück „im doppelten Sinne zum Genuss wird“. Die Idee der „essbaren Stadt“ dürfe aber nicht zu einer Mehrbelastung des Service-Betriebes führen. Erst vor wenigen Jahren sei der Standard bei der Pflege der Grünflächen aus Kapazitätsgründen heruntergeschraubt worden.

Ähnlich äußerte sich Maria-Theresia Sliwka (FDP). Sie äußerte sich skeptisch, dass genug Bürger bereit sein würden, sich landwirtschaftlich zu engagieren. Es sei heute schon schwer genug, Paten für Blumenbeete an den Straßen zu finden.


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