Klage gegen Krankenkasse abgewiesen Osnabrückerin bekommt Brustverkleinerung nicht bezahlt

Von dpa

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Die Klage einer Osnabrückerin, die bei ihrer Krankenkasse eine Kostenerstattung für eine Brustverkleinerung beantragt hatte, wurde abgewiesen. Foto: ColourboxDie Klage einer Osnabrückerin, die bei ihrer Krankenkasse eine Kostenerstattung für eine Brustverkleinerung beantragt hatte, wurde abgewiesen. Foto: Colourbox

Celle. Eine rein kosmetische Verkleinerung großer Brüste muss die Krankenkasse nicht bezahlen. Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in einem am Donnerstag bekanntgegebenen Urteil entschieden und die Klage einer Osnabrückerin mit BH-Größe 85 D/DD abgewiesen.

Eine Erkrankung oder entstellende Wirkung, die eine Verkleinerung nötig gemacht hätte, habe nicht vorgelegen, urteilte das Gericht in Celle. Die Frau bezahlte die 4000 Euro teure Operation zwischenzeitlich selbst.

Obwohl sie seitdem nicht mehr über Rückenschmerzen klagt, habe sie keinen Anspruch auf Kostenerstattung durch die Kasse. Denn dass dies mit der Verkleinerung zusammenhänge, sei nicht bewiesen. (AZ: L4 KR 477/11)

Bereits 2004 hatte das Bundessozialgericht in einem Grundsatzurteil festgestellt, dass Frauen Brustvergrößerungen und -verkleinerungen in der Regel nicht auf Kassenkosten vornehmen lassen können.

Nicht jede Abweichung vom gesellschaftlich als erstrebenswert erachteten Aussehen sei eine Krankheit. Erst wenn eine körperliche Anomalie eine entstellende Wirkung habe, käme eine Operation auf Kassenkosten in Betracht.


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