Gedenkkonzert in St. Katharinen Leipziger Synagogalchor begeistert in Osnabrück

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Osnabrück. Der bekannte Leipziger Synagogalchor gab ein beeindruckendes Konzert zum Holocaust-Gedenktag am Montag in St. Katharinen. Er begeisterte das Publikum mit einer besonderen Form der Erinnerungskultur.

Wie nahe sich die jüdische und die christliche Kultur sind, zeigte das Gedenkkonzert „Der Herr ist mein Hirte“ des Leipziger Synagogalchors , der auf Einladung des Orgelbauvereins der Friedensorgel und der Gemeinde St. Katharinen in der Kirche auftrat. 1962 gegründet, widmet sich der Chor besonders der Pflege synagogaler Musiktraditionen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Unter der Leitung von Ludwig Böhme brachten 25 Sängerinnen und Sänger mit den Solisten Susanne Langner (Alt) und Falk Hoffmann (Tenor) sowohl sakrale Werke von Louis Lewandowski (1821–1894) oder Samuel Lampel (1884–1942) zu Gehör als auch jiddische Lieder mit Texten von Mordechaj Gebirtig (1877–1942).

Begleitet von Pianist Clemens Posselt und Violinist Reinhard Riedel, kam dabei das ganze emotionale Spektrum zwischen Melancholie und Fröhlichkeit zum Tragen. So betrachtet in „Huljet, huljet, kinderlech“ ein alter Mann das Spiel der Kinder, während in „S is gut“ im größten Elend geradezu sarkastisch bessere Zeiten heraufbeschworen werden. Mit Standing Ovations bedankte sich das Publikum für ein außergewöhnliches Konzertereignis.

Durch Aufrütteln und Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus zu Nachdenken und Zivilcourage anregen – darum geht es in der Ausstellung „Man hat sich hierzulande daran gewöhnt ... Antisemitismus in Deutschland heute“, die von der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung konzipiert wurde. Als Kooperation von St. Katharinen und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V. werden auf zehn Schautafeln in Wort und Bild verschiedene Ausprägungen von Antisemitismus gezeigt. Erschreckend dabei die Darlegung neuer Dimensionen von Antisemitismus, die von judenfeindlichen Parolen auf Schulhöfen bis zu geschändeten Grabsteinen und antisemitistisch motivierten Anschlägen reichen.


Die Ausstellung „Man hat sich hierzulande daran gewöhnt... Antisemitismus in Deutschland heute“ in der Katharinenkirche läuft noch bis zum 16. Februar. Öffnungszeiten: in der Regel werktags 11.30–16.30 Uhr, sonntags 14.30–16.30 Uhr.

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