Vier Standorte im Gespräch Mehr gemeinschaftliches Wohnen in Osnabrück

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Derzeit läuft noch der Schulbetrieb der Käthe-Kollwitz-Schule an der Hanns-Braun-Straße am Schölerberg. Nach der Schließung der Schule könnten hier alternative Wohnformen etabliert werden. Foto: Archiv/Gert WestdörpDerzeit läuft noch der Schulbetrieb der Käthe-Kollwitz-Schule an der Hanns-Braun-Straße am Schölerberg. Nach der Schließung der Schule könnten hier alternative Wohnformen etabliert werden. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Osnabrück. An vier Standorten in Osnabrück könnten in den nächsten Jahren Projekte des gemeinschaftlichen Wohnens entstehen. Die Stadt strebt dort Änderungen im Bebauungsplan an, erste Ideen zur Realisierung eines Wohnprojektes sind bereits entwickelt worden.

Auf Einladung der Projektgruppe „Gemeinschaftliches Wohnen“ im Familienbündnis sowie der Stadt informierten im Casino der ehemaligen Landwehrkaserne in dieser Woche Vertreter von Stadt und Projektgruppen über Chancen und Pläne einer Umsetzung.

Versuche zur Etablierung gemeinschaftlicher Wohnprojekte sind in Osnabrück nicht neu: So existieren mit der Gemeinschaftssiedlung Sonnenhügel sowie „Wohnen und mehr“ des Stephanswerkes bereits zwei Modelle. Ähnliche Planungen habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, berichtete Hans-Jürgen Wilkening von der Projektgruppe „Gemeinschaftliches Wohnen“ im Familienbündnis. Allerdings habe sich die Grundstücksbeschaffung in der Vergangenheit als Problem erwiesen.

Derzeit gibt es im Stadtgebiet vier Flächen, auf denen Wohnprojekte entstehen könnten: Für die Plangebiete „Schul- und Sportzentrum am Schölerberg“, „An den Klausengärten“, „Eversburger Friedhof“ sowie der ehemaligen Landwehrkaserne wurden Änderungsverfahren angeregt. Besonders im Falle des Grundstückes am Schölerberg sei die Lage günstig, erklärte Katja Sandmann vom Fachbereich Städtebau. Noch bis 2015 laufe der dortige Schulbetrieb. Die Stadt als alleinige Eigentümerin sei zwar in der Pflicht, vor dem Abriss der Sporthalle für Ersatz im Stadtteil zu sorgen sowie auf dem Grundstück einen Spielplatz zu errichten. Ein grundsätzlicher politischer Beschluss zur Entwicklung alternativer Wohnformen auf diesem Grundstück bestehe allerdings bereits. Bis Anfang 2015 könne der Beschluss planerisch umgesetzt werden.

Komplizierter sei die Lage an den Klausengärten, so Sandmann: Durch den Verkauf des Geländes der ehemaligen Firma Essig Kühne bestehe hier eine Nachverdichtungsfläche, die sich aus Grundstücken verschiedener Eigentümer zusammensetzte, mit denen jeweils einzeln über den Flächenkauf verhandelt werden müsste. Günstiger sei die Lage am Eversburger Friedhof, erklärte Hans-Georg Lange vom Fachbereich Städtebau: Die ursprünglichen Friedhofserweiterungsflächen würden nicht mehr benötigt. Wie am Schölerberg sei die Stadt alleiniger Eigentümer und interessiert, im Rahmen der Bebauungsplanänderung alternative Wohngemeinschaften zu fördern.

Das 37 Hektar umfassende Gelände der ehemaligen Kaserne an der Landwehrstraße gehört der Stadt und der Stadtwerketochter Energieservice Osnabrück. Hier sei die Errichtung eines neuen Quartiers „mit 40 Prozent Eigenheimen und 60 Prozent Etagenbauten“ geplant, berichtete Thomas Rolf vom FB Städtebau. Insgesamt seien 500 bis 600 neue Wohneinheiten angedacht, ein neuer Bebauungsplan bis Mitte 2015 möglich. „Die Stadt hat auch hier Interesse an Preisgünstigkeit und vergemeinschafteten Wohnformen“, signalisierte Rolf Unterstützung gemeinschaftlicher Wohnprojekte durch die Stadt.

Erste Modelle für die Plangebiete liegen seitens der Projektgruppe bereits vor: Hinsichtlich der Rechtsformen seien Genossenschaften denkbar, Mietverhältnisse würden angestrebt, alternativ seien gemischte Modelle mit Eigentümern denkbar. Energieeffizienz, das Miteinander mehrerer Generationen sowie die starke Betonung von Gemeinschaftlichkeit kennzeichnen die Pläne. Sprecher der Projektgruppen betonten zudem eine erhoffte Sogwirkung: Über die zugehörigen Wohneinheiten hinaus könnten die Projekte Mittelpunkt ganzer Quartiere werden und soziale Entwicklungen nachhaltig fördern.


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