Der Typ vom Hauptstadtrevier „Heiter bis tödlich“-Ermittler Matthias Klimsa ist gebürtiger Osnabrücker

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Osnabrück. In acht neuen Folgen kommt Matthias Klimsa seit Mitte Januar jeweils immer dienstags um 18.50 Uhr im ARD-Vorabendprogramm auf den Bildschirm. Gemeinsam mit Hauptstadtrevier-Partnerin Friederike Kempter bildet der 42-Jährige, der von 2002 bis 2005 am kultigen Serienerfolg „Berlin, Berlin“ beteiligt war, ein Kommissar-Duo der Gegensätze, das mit einem besonderen Humor im Einsatz ist.

Vor der Kamera sind die beiden zwar selten einer Meinung, doch die Chemie bei den Dreharbeiten stimmt: „Die 90 Drehtage sind eine richtig intensive Zeit gewesen. Ich freu mich schon, wenn im Februar in Berlin die Arbeiten für vier weitere Folgen losgehen. Regisseur und Team sind einfach Klasse“, gibt der in Osnabrück geborene, aber bereits im Alter von drei Monaten mit den Eltern nach Ahrensburg in die Nähe Hamburgs gezogene TV-Ermittler die Stimmung am Set wieder.

Privat ist er allerdings ganz anders als seine eher spießige „Heiter bis tödlich“-Figur Johannes Sonntag: „Aber es macht mir Spaß, solche Typen zum Leben zu erwecken.“ In Berlin ist er zwar gerne, um zu drehen, aber es ist für ihn keine Stadt, in der ich mich zu Hause fühle.“ Das ist für ihn Hamburg – und „Hanseaten sind einfach anders drauf als Preußen“.

Neben dem Lebensmittelpunkt an der Elbe stehen Städte wie London, Zürich oder Köln bei ihm ganz oben auf der Liste. Zu seinem Geburtsort hat der Sohn der Künstlerin Brigitte Freyberg, deren Vater als Fabrikant ein großbürgerliches Anwesen am Hasetorwall bewohnte, bis heute familiäre Bindungen: Die älteste Schwester seiner Mutter lebt in Osnabrück. Das letzte große Verwandtschaftstreffen dort liegt aber schon fast 20 Jahre zurück. Inzwischen finden diese Termine an anderen Orten statt.

So schafft es Klimsa auch nur noch selten, einen OS-Abstecher einzulegen: „Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich viel zu tun habe.“ Vor der Kamera und als Synchronsprecher ist er gefragt, war im „Tatort“, „Die Stein“ oder „Großstadtrevier“ zu sehen und ist auch in der RTL-Serie „Der Lehrer“ im Einsatz.

Für die Schauspielkarriere hat seine Mutter früh die Weichen gestellt: Bereits in Kindesjahren stand er Ende der 70er mit seinen beiden Brüdern im ZDF-Zweiteiler „Freiheit, die ich meine“ vor der Kamera, nachdem die Mutter sie zum Casting angemeldet hatte.

Während die Brüder später berufliche andere Wege gingen, ist er bei der darstellenden Kunst geblieben: „Ich hab eigentlich nie etwas anderes gemacht.“

Zweites Faible neben Theater, TV-Rollen und der Tätigkeit als Synchronsprecher, bei der er zum Beispiel in „Der kleine Vampir“ oder der Zeichentrickserie „The Garfield Show“ im Einsatz gewesen ist: andere Länder kennenlernen. Für ihn eine tolle Chance, über den Tellerrand zu sehen.

Mit 17 hat er drei Jahre in Singapur gelebt und dort auch das Abi gemacht. Anschließend folgte in England an der Guildford School of Acting eine Schauspielausbildung.

Seine erste TV-Serie war die 1988 die WDR-Coproduktion „Die Anrheiner“. Jetzt ist er mit „Heiter bis tödlich“ wieder im Vorabendprogramm. Klimsas Casting-Regel: „Hingehen, machen, weggehen“ – und vergessen, wenn es mit der Rolle nicht klappt. „Dann muss man sich sagen: War nicht meins, statt hinterher ins Grübeln zu kommen“, ist sein Rezept, mit Absagen umzugehen,

Kritisch sind für ihn die Veränderungen bei den Produktionsbedingungen: „Es wird am Set gestrichen, aber Hollywood-Qualität verlangt. Dabei weiß jeder in der Branche, dass Qualität Geld kostet und Stoffe Zeit brauchen, sich zu entwickeln.“ An dieser Regel könnten auch die Öffentlich-Rechtlichen nichts ändern.

Gut möglich, dass Matthias Klimsa demnächst einmal beim Osnabrücker Filmfest, von dem er schon einiges mitbekommen hat, zu treffen ist – mit einem eigenen Film. „Ich hab ein paar Kurzfilme gemacht und bin damit auch schon zum Filmfest nach Braunschweig eingeladen worden.“ Ein neues Regie-Projekt hat er schon im Kopf: „Wann es mit der Umsetzung klappt, hängt allerdings von der Finanzierung ab. Die Gespräche laufen gerade.“ Den Film dann in seiner Geburtsstadt zu zeigen hat für ihn Charme: „Das kann ich mir gut vorstellen.“


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