Verfasser sind Jörg Frenzel und Hermann Kuhl Architekturführer für Stadt und Landkreis Osnabrück

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Osnabrück. In anderen Städten gibt es sie bereits seit einigen Jahren: Architekturführer. Jetzt erscheint ein solches Nachschlagewerk zur Baukultur auch in Osnabrück. 105 Bauobjekte in Osnabrück und einige wenige aus dem Landkreis sind in dem „Architekturführer Osnabrück“ gelistet. Anlässlich der Veröffentlichung der 192 Seiten starken Broschüre unterhielten wir uns mit den Herausgebern Hermann Kuhl und Jörg Frenzel über Inhalt, Entstehungsgeschichte und Zielgruppen der Publikation.

Braucht die Stadt einen „Architekturführer Osnabrück“?

Kuhl: Ganz bestimmt, sonst hätten wir uns nicht die Mühe gemacht, dieses Buch fertigzustellen. Grundsätzlich: Es gibt viel sehenswerte Architektur in Osnabrück.

Frenzel: Es gibt so viele gute Beispiele, dass wir uns auf einen gewissen Zeitraum beschränkt haben, nämlich die Nachkriegsarchitektur. Nur wenige Objekte, die wir auflisten, sind vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Was nicht heißen soll, dass es nicht ganz hervorragende ältere Gebäude in Osnabrück zu sehen gibt.

Kuhl: Etwa den Osnabrücker Dom. Der wird nur in der Einleitung erwähnt. Vor dem Hauptteil des Buchs, in dem die einzelnen Bauprojekte in Bild und Text vorgestellt werden, findet man drei Artikel über die Baugeschichte der Stadt, ihre Entwicklung im 19. Jahrhundert und einen Blick in ihre Zukunft.

Welches Ziel verfolgen Sie mit der Veröffentlichung der Broschüre?

Kuhl: Wir wollen sensibilisieren. Wir möchten, dass sich die Bürger mit der Stadt und ihrer Baukultur beschäftigen. Zudem wollen wir potenzielle Bauherren motivieren, kein Haus von der Stange zu bauen, sondern mit einem Architekten eigene Vorstellungen zu realisieren.

Aber Sie sind gar keine Architekten. Sie betreiben doch eine Werbeagentur.

Frenzel: Richtig, wir haben eine auf den Bereich Architektur, Bauen und Immobilien spezialisierte Agentur für Kommunikation. Andere sagen durchaus Werbeagentur dazu. Außerdem betreiben wir „Martini|50, Forum für Architektur und Design“, wo wir Veranstaltungen zu Architektur und Baukultur organisieren. Allerdings haben wir den Architekturführer nicht als Agentur, sondern als Privatpersonen herausgegeben.

An welches Zielpublikum richtet sich das Werk?

Kuhl: Zunächst wollen wir Bürger der Stadt ansprechen, die sich für Architektur interessieren. Wir wollen Augen öffnen für Bauten und Fassaden, die man sonst nicht wahrnimmt. Die Leute sollen in Straßen oder Stadtteile gehen, in die sie sonst nicht gehen.

Frenzel: So kann man die Stadt neu entdecken und lieben lernen. Daher haben wir auch Dirk Manzke von der Hochschule Osnabrück ins Boot genommen. Er hat drei Routen durch Stadt und Umgebung entwickelt, die im dritten Teil des Buches veröffentlicht sind. Eine Tour geht zu Fuß durch die Innenstadt Osnabrücks, die anderen beiden führen in die Stadtteile.

Kuhl: Natürlich hat der Architekturführer auch eine Marketingfunktion im Tourismusbereich, denn alle Leute von außerhalb, die sich für Stadtentwicklung und Baukultur interessieren, können anhand unseres Buches die Stadt erschließen.

Wer hat denn die Auswahl getroffen, welche Objekte in die Broschüre aufgenommen werden sollen?

Frenzel: Wir haben uns auf ein kleines Team beschränkt: wir beiden, Dirk Manzke und ein Mitarbeiter, der sich um die logistischen Aspekte gekümmert hat. Wir haben aus 300 Einreichungen die ausgewählt, die uns zusagten.

Nach welchen Kriterien haben Sie ausgewählt?

Kuhl: Es gibt natürlich objektive Bewertungskriterien, die wir zugrunde gelegt haben. Aber bei Architektur ist es ja wie in der bildenden Kunst: Manch eine Entscheidung ist auch subjektiv motiviert. Außerdem möchten wir betonen, dass wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erfüllen können.

Heißt das, dass Sie mit dem Gedanken spielen, einen zweiten Teil des Architekturführers zu produzieren?

Frenzel: Das ist möglich, aber jetzt sind wir froh, dass wir diesen ersten Teil fertig haben. Wenn man bedenkt, dass wir die Idee zur Veröffentlichung bereits seit 2006 verfolgen, hat das Ganze schon lange gedauert. Und die Realisierung wäre auch gar nicht möglich gewesen, wenn uns nicht viele Leute und Sponsoren geholfen hätten, etwa Rolf Spilker, der Direktor des Museums Industriekultur, und Frau Helma Pötter von der städtischen Stadtplanung.

„Architekturführer Osnabrück“. Hrsg.: Hermann Kuhl und Jörg Frenzel, mit Beiträgen von Dirk Manzke, Bodo Zehm und Silke Grade. Verlag DOM publishers, Berlin. 28 Euro im Buchhandel.


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