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Hund außer Lebensgefahr Osnabrück: Golden Retriever am Hoffmeyerplatz vergiftet?

Von Sven Kienscherf

Ein Golden Retriever ist in der vergangenen Woche in Osnabrück mutmaßlich mit einem ausgelegten Giftköder vergiftet worden. Symbolfoto: imagoEin Golden Retriever ist in der vergangenen Woche in Osnabrück mutmaßlich mit einem ausgelegten Giftköder vergiftet worden. Symbolfoto: imago

Osnabrück. Ein Golden Retriever ist in der vergangenen Woche in Osnabrück mutmaßlich mit einem ausgelegten Giftköder vergiftet worden.

„Die Tierärzte sind sich sicher, dass unser Hund vergiftet worden ist“, berichtet Besitzerin Lisa Bursee am Mittwoch gegenüber noz.de. Vermutlich handele es sich um Rattengift . Die fast drei Jahre alte Golden-Retriever-Hündin liege derzeit noch in der Tierklinik in Bramsche. „Zum Glück ist sie außer Lebensgefahr“, so Bursee. Sie könne das Tier aber voraussichtlich am Donnerstag nach Hause holen.

Vermutlich am vergangenen Mittwoch hatte Hündin Wanda das Gift im Bereich des Hoffmeyerplatzes gefressen. „Am Samstag haben wir dann Schwellungen am Körper festgestellt.“ Am Sonntag war die Familie mit dem Hund beim tierärztlichen Notdienst. „Der hat uns direkt zur Tierklinik weitergeschickt.“ Bursee rechnet mit mehreren Hundert Euro Kosten für die Behandlung. „Wir haben uns für ein Tier entschieden und dann haben wir auch die Sorgfaltspflicht.“ Den Fall hat die Familie bei der Polizei angezeigt.

„Wir ermitteln wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“, sagt Phil Havermann, Pressesprecher der Polizei Osnabrück gegenüber noz.de. „Um den Sachverhalt aufklären zu können, sind wir auch auf Zeugenhinweise angewiesen.“

Die Osnabrücker Tierärztin Dr. Silke Andrews rät bei Verdacht auf eine Vergiftung, die Hunde direkt zum Tierarzt zu bringen, so wie es die Bursees gemacht haben. Die Besitzer sollten auf keinen Fall selber Hand anlegen. „Wenn die Tiere zum Beispiel Säure gefressen haben, sollte man sie nicht zum Erbrechen bringen, weil die Säure dann die Speiseröhre verätzen kann.“ Stattdessen müsse der Magen ausgespült werden.

Je nachdem, um welches Gift es sich handelt, können die Symptome jedoch sehr unterschiedlich sein, sagt die Veterinärin. „Rattengift wirkt zum Teil erst einige Tage später.“ Die Tiere werden schlapp und verlieren ihren Appetit, so Andrews. Zudem werden die Maulschleimhäute blass, es bildet sich Schaum vorm Maul. „Die Tiere verbluten innerlich.“ Beim Tierarzt bekommen sie das Gegenmittel gespritzt und eine Infusion.

Die Tierärztin rät jedoch, Panik zu vermeiden. Die vermeintliche Vergiftung sei oft lediglich eine akute Magenverstimmung, verursacht durch eine Virusinfektion oder verdorbenes Futter. „Rassen wie Beagle, Labrador und Cocker Spaniel tendieren dazu, erst mal alles in sich reinzufressen“, sagt Andrews. Wenn es keine Augenzeugen gebe, lasse sich Gift nur schwer nachweisen. „Die Analyse ist aufwendig und teuer.“

Die Polizei bittet Zeugen, die ausgelegte Köder oder auch verdächtige Personen beobachten, sich sofort über Notruf 110 oder unter der Telefonnummer (0541) 327-3301 zu melden.

Der Artikel ist am 16. Januar aktualisiert worden. In der Überschrift und im Vorspann war fälschlicherweise von einem Labrador die Rede. Tatsächlich handelt es sich bei dem Hund aber um einen Golden Retriever. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.