Geschädigte fordern Geld Neue Anzeigen gegen Verleger der Sonntagszeitung

Die Zeit der Osnabrücker Sonntagszeitung scheint abgelaufen: Das Verlagshaus steht vor der Insolvenz. Foto Jörn MartensDie Zeit der Osnabrücker Sonntagszeitung scheint abgelaufen: Das Verlagshaus steht vor der Insolvenz. Foto Jörn Martens

Osnabrück. 54 stille Gesellschafter der „Osnabrücker Sonntagszeitung“ haben Anzeige gegen Verleger Norbert Fuhs wegen gewerbsmäßigen Betruges, strafbarer Werbung und Insolvenzschverschleppung erstattet. Sie lehnen das von Fuhs vorgelegte Rettungspaket ab und fordern, dessen Vermögen zu beschlagnahmen. Der Verlag der Sonntagszeitung, die Enorm Verlagsgesellschaft, steht offenbar unmittelbar vor der Insolvenz.

Die Anwälte Dimitri Rimscha und Jörg Haferkorn haben am Freitag die gemeinsame Anzeige von 52 Geschädigten an die Staatsanwaltschaft Oldenburg übersandt. Sie beantragen außerdem, das Vermögen des Beschuldigten für einen etwaigen Schadensaus

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Medienbriefe: Der Verlag der Osnabrücker Sonntagszeitung finanzierte sich über Medienbriefe, die in der Regel von Privatleuten zu 5000 Euro pro Stück gezeichnet wurden. Verleger Norbert Fuhs lockte die Anleger mit Renditen von bis zu 6,15 Prozent pro Jahr. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konnte Fuhs die Ausschüttungen seit 2010 nur noch durch die Herausgabe neuer Medienbriefe bedienen. Die Ermittler sehen darin ein betrügerisches Schneeballsystem. Die stillen Einlagen beliefen sich Ende 2009 auf 5,3 Millionen Euro und stiegen kontinuierlich bis Ende 2013 auf 8,4 Millionen Euro. Als die Ermittlungen gegen Fuhs und die wahre Lage des Verlages im Mai 2013 öffentlich wurden, kündigten 274 Gesellschafter ihre Medienbriefe. Zum 31. Dezember 2013 wurden insgesamt 4,5 Millionen Euro fällig, die der Verlag nicht bedienen kann. Medienbrief-Geschädigte haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen. Kontakt: Ralf Neumann Telefon 01 62/7 90 38 52, E-Mail: r.neumann01@gmx.net.

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