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Interview mit Projektmanager Shoppingcenter-Entwickler MFI kauft Parkhaus am Osnabrücker Neumarkt

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. Der Center-Entwickler mfi gibt dem Alternativplan der Initiative „Lebendiges Osnabrück“ keine Chance: Unwirtschaftlich, sagt der für Osnabrück zuständige mfi-Projektmanager Nils Perpeet. mfi sei weiter fest entschlossen, in Osnabrück ein Shoppingcenter zu bauen. Alle dafür nötigen Grundstücke seien verfügbar, jetzt auch das ehemalige Wöhrl-Parkhaus.

Herr Perpeet, Sie kennen das Neumarkt-Konzept der Initiative „Lebendiges Osnabrück“ ?

Wir sind von dem Vorstoß überrascht worden und wundern uns ein wenig, dass die Initiative vorher keinen Kontakt mit uns aufgenommen hat, obwohl wir immer den Dialog mit den Kaufleuten angeboten haben. Ich habe gelesen, dass die Initiative auch die Anlieger der Johannisstraße einlädt, um das Konzept vorzustellen. Wir hätten auch gern eine Einladung erhalten, denn wir sind auch Anlieger.

Was halten Sie von dem Entwurf?

Es sind zwei Dinge, die wir grundsätzlich infrage stellen: Erstens: Es sind Grundstücke in Betracht gezogen, die nicht verfügbar sind. Zweitens: Das Projekt ist nicht wirtschaftlich. Das Investitionsvolumen ist nach unserer Ansicht nicht solide kalkuliert. Das Projekt wäre für die jetzt genannten Summen nicht machbar.

Genannt wurden als ganz grobe Schätzung 60 bis 100 Millionen Euro.

Das Projekt würde sicherlich erheblich teurer, allein schon wegen der Grundstücke.

Wie teuer sind denn die Grundstücke?

Das kann ich Ihnen natürlich nicht verraten, aber die Kosten sind nach unserer Meinung nicht realistisch kalkuliert. Unser Hauptkritikpunkt ist, das möchte ich noch mal wiederholen: Das Ganze ist nicht finanzierbar.

Ist es für Sie denkbar, aus dem Center-Projekt auszusteigen und einem Investor die Flächen zu verkaufen?

Nein, absolut nicht. Ich sage ganz klar: Wir halten das Shoppingcenter an diesem Standort für sinnvoll, weil es Osnabrück attraktiver macht, weil es die südliche Innenstadt stärkt und die Verbindung von Alt- und Neustadt herstellt. Das stellt ja auch das Cima-Gutachten fest: Der Neumarkt ist eine Barriere, die nur durch eine optimale Umgestaltung und einen Einkaufsmagneten überwunden werden kann. Interessant ist, dass in dem Konzept der Initiative der Neumarkt weiter vierspurig eingezeichnet ist. Das würde die Trennung zementieren. Ein anderer Punkt: Wir wissen doch, dass die Fußgängerunterführung nicht funktioniert. Warum sollte man jetzt eine neue unterirdische Passage schaffen? Aber ich will gar nicht über solche Details sprechen. Der zentrale Punkt ist und bleibt: Das Konzept der Initiative ist nicht finanzierbar.

Sie sind fest entschlossen, das Center zu bauen. Verfügen Sie über alle notwendigen Grundstücke?

Ja, wir haben alle Flächen zusammen, die für das Center im ersten Bauabschnitt nötig sind. Wie ernst es uns ist, erkennen Sie auch daran, dass wir jetzt auch Eigentümer des Parkhauses sind. Es gehört mfi.

Wann wird das Einkaufszentrum eröffnet?

Nach unseren Vorstellungen spätestens im Herbst 2016. Ich gehe davon aus, dass die Stadt den Bebauungsplan für den Neumarkt im ersten Quartal 2014 als Satzung beschließt. Im Laufe des kommenden Jahres könnte der Abriss beginnen, etwa zwei Jahre dauert der Neubau.

Was sind jetzt die nächsten Schritte?

Das Architekturbüro Kada Wittfeld hat mit uns zusammen einen Entwurf für das Shoppingcenter erarbeitet, den wir in den kommenden Wochen der Politik und Verwaltung vorstellen wollen. Die Termine werden gerade abgestimmt. Das Projekt nimmt damit richtig Gestalt an, alle anderen bisherigen Pläne waren nur Platzhalter. Ich kann Ihnen versichern, es wird ein Center, das genau auf die Osnabrücker Verhältnisse und Bedürfnisse abgestimmt ist. Grundlage ist eine intensive Marktforschung, deren Ergebnisse zurzeit ausgewertet werden .