Was sagt uns der Familienname? Hartung kommt aus der deutschen Heldensage

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Osnabrück. Neue-OZ-Leser Peter Hartung aus Wallenhorst hat ermittelt, dass „Hartung“ ein alter Name für den ersten Monat des Jahres ist. Hans-Jürgen Hartung aus Osnabrück hat keine Theorie, wie sein Familienname entstand.

Der Nachname Hartung wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz von etwa 21000 Personen getragen und zählt damit zu den sehr häufigen Familiennamen. Hartung findet sich in allen Regionen. Besonders starke Nester des Namens sind für die Städte Berlin und Hamburg sowie für den hessischen Landkreis Fulda festzustellen. Die frühere Verbreitung von Hartung in den Ostgebieten wird durch die heute noch etwa 150 Namensträger in Polen angedeutet.

Sprachlich ist Hartung eindeutig zu analysieren. Es handelt sich um einen der zahlreichen Namen, die mit dem wortbildenden Element („Suffix“) -ung abgeleitet sind. Das Suffix -ung wurde aus germanischer Zeit ererbt, -ung ist eine im Vokal abweichende Variante des erheblich häufigeren -ing. Beide Suffixe bezeichnen ursprünglich eine Zugehörigkeit. Bei mit -ung/-ing gebildeten Personenbenennungen handelt es sich fast ausschließlich um so genannte „Patronymika“, das heißt, die benannte Person wird mit einer zum Namen des Vaters (N) gebildeten -ung- bzw. -ing-Ableitung als „Sohn des N“ bezeichnet.

Die Personennamen mit -ung zeichnen sich meist durch besonders hohes Alter aus. Vor allem in der deutschen Heldensage gab es zahlreiche Akteure mit einem -ung-Namen wie Amelung, Berchtung, Billung, Gerung, Ilsung, Morung, Nibelung, Ramung, Wildung. Auch die Namen von Schwertern (Balmung, Mimung) und von Streitrossen (Schimmung) sind mehrfach mit -ung gebildet.

Hartung war ursprünglich patronymischer Beiname zu einem der Rufnamen mit dem Namenwort Hart („hart, streng, kühn“) wie zum Beispiel Hartmut, Hartwig, Hartlieb, Hartwin, Hartbert, Hartmann. Bereits sehr früh ist Hartung selbst zum Rufnamen geworden. Die Popularität des Namens wurde wohl besonders durch den gleichnamigen Helden aus der Waltersage gefördert. Als Vorname ist Hartung in zahllosen Belegen aus dem Mittelalter und aus der frühen Neuzeit dokumentiert.

Einige ältere Belege des Familiennamens Hartung: 1253 „Sigilinus Hartungus“ (Straßburg), 1327 „Nicolaus Hartung“ (Liegnitz), 1369 „Busse Hardung“ (Halle/Saale). Mehrfach ist der Rufname Hartung in Verbindung mit dem Familiennamen bezeugt, so bei „Harttung Harttungh“ (1523 Hildesheim).

Der bereits im Mittelalter ungebräuchlich gewordene Monatsname Hartung dürfte als Grundlage des Familiennamens keine Rolle spielen.

Im Internet finden Sie die Familiennamen, die Winfried Breidbach schon im Auftrag unserer Zeitung untersucht hat. Unter www.noz.de/namen können sie aufgerufen werden. Weitere Namensvorschläge bitte an namensforscher@noz.de senden.


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