Unterwasserwelt auf Augenhöhe Aquarium im Zoo: 1500 Fische in 22 Becken

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Exotischen Fischen ganz nah kommt Stefan Bramkamp bei seiner Arbeit als Revierleiter im Tetra-Aquarium. Fotos: Carolin HlawatschExotischen Fischen ganz nah kommt Stefan Bramkamp bei seiner Arbeit als Revierleiter im Tetra-Aquarium. Fotos: Carolin Hlawatsch

Osnabrück. Draußen ist es kalt und ungemütlich, aber statt Kino oder Schwimmbad als Wochenend-Programm einzuplanen, bietet sich auch der Osnabrücker Zoo an. Dort gibt es einen Ort, an dem sich die Besucher in Urlaubslaune versetzen lassen können. Mit etwas Fantasie kommt sogar Südsee-Feeling auf. Im etwa 27 Grad warmen Tetra-Aquarium kann man auf Bänken vor den großen Glasfenstern entspannen und sich wie beim Schnorcheln an bunten Tropenfischen oder anderen Arten erfreuen.

Fast 1500 Fische leben in 22 Becken im Aquarium des Osnabrücker Zoos. Versorgt werden sie alle von Revierleiter Stefan Bramkamp. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich im Zoo mit Hai, Piranha und Co. Täglich füttert er die Fische mit Trockenfutter und Frostfutter wie zum Beispiel Mückenlarven, Krill, Sandgarnelen oder Salinenkrebse. Die Großfische wie Rochen oder Haie bekommen auch schon mal Stinte, Fischfilet oder Rinderherz. Auch die Kontrollen der Messgeräte und Pumpen und das Scheibenputzen im Aquarium gehören zu seinen Aufgaben.

Manchmal bietet Bramkamp den Besuchern eine Art „Show-Einlage“. So spannend das Zuschauen ist, für den Revierleiter ist es ein aufwendiger Arbeitsvorgang: das Wasserwechseln. „Im Taucheranzug nehme ich dann Dreck aus dem Boden, messe die Wasserwerte und kürze Pflanzen oder setze neue ein. Für ein großes Becken muss ich für diesen Vorgang schon mal sechs Stunden einplanen“, berichtet er.

Nicht allen Fischen möchte man aus nächster Nähe begegnen. Wie macht das der Tierpfleger, wenn er im Piranha-Becken werkeln muss? „Darin kann ich ohne Probleme arbeiten, wenn die Piranhas merken, auf was ich aus bin. Stippe ich dagegen nur mit der Fingerspitze ins Wasser, denken sie, jetzt gibt es was zu fressen, dann wird’s unangenehm“, sagt Stefan Bramkamp und lacht. Besucher, die wissen wollen, wie sich ein Fisch wohl anfühlt, können ihre Hände in das Streichelbecken halten. Statt Piranhas schwimmen dort Kois und Spiegelkarpfen mit weniger spitzen Zähnen.

Besonders faszinierend findet Bramkamp die Blauaugenharnischwelse im 8000 Liter fassenden Barschbecken: „Das ist eine extrem seltene Art, die eine Zeit lang mal als ausgestorben galt.“ Vor 20 Jahren allerdings konnte man diese aus Kolumbien stammenden Fische noch im Zoohandel kaufen. Damals habe er, so berichtet der Revierleiter, ein Pärchen dieser Art von Privatleuten bekommen. „Erst hinterher habe ich erfahren, wie wahnsinnig wertvoll diese Fische sind.“ Eine Bedrohung für die seltenen Blauaugenharnischwelse, die in freier Natur ausschließlich in einem Flusslauf im Amazonas vorkommen, ist das dortige Goldschürfen, bei dem Quecksilber in das Wasser gelangt und die Fische vergiftet werden.

Hinter vielen der anderen Aquarium-Bewohner stecken spannende Fakten und Geschichten, die dort auf Tafeln nachzulesen sind, die man sich aber auch ausführlicher von den Zoopädagogen erzählen lassen kann. Dafür Zeit ist immer auf Zoo-Führungen, für die man sich mit Angabe des Wunsch-Themas unter Telefon 0541/951050 anmelden kann.


Fünf Opas mit messerscharfen Zähen: Die fünf Piranhas im Tetra-Aquarium des Osnabrücker Zoos haben schon einige Jährchen auf dem Buckel. Mit ihren 17 Jahren haben sie die Lebenserwartung von frei lebenden Piranhas überschritten. Allerdings können diese Raubfische, im Aquarium gehalten, bis über 30 Jahre alt werden. Für Stefan Bramkamp, Revierleiter des Tetra-Aquariums, sind die fünf scharfzähnigen „Opas“ eine Herausforderung: „Man sollte halt wissen, wie man sich ihnen nähern kann, wenn zum Beispiel ihr Süßwasserbecken gereinigt werden muss“, so der Revierleiter. Aber eigentlich bereiten ihm nicht die rasiermesserscharfen Fischzähne Probleme, sondern eher das Brutverhalten der Piranhas. „Wenn ich das Wasser zu schnell wechsele oder sich die Wasserwerte ändern, kommen die Piranhas in Brutstimmung“, berichtet Bramkamp. „Da die Raubfische dann Brutkuhlen am Grund anlegen, säbeln sie dafür alle Pflanzen ab, die drum herum wachsen.“ Piranhas eilt der Ruf voraus, für Menschen sehr gefährlich zu sein. Es gibt Legenden von den Fischen, die bei Blutstropfen im Wasser in Schwärmen ankommen und Menschen skelettieren. Dabei ist ihre Gefährlichkeit für den Menschen sehr umstritten. Die Einwohner Südamerikas baden sogar in Gewässern, in denen Piranhas leben. Klar ist, dass sie die wichtige Funktion als „Saubermacher“ im Ökosystem des Regenwaldes haben, denn sie fressen Aas und kranke Tiere und verhindern so die Ausbreitung von Krankheiten und Epidemien. Es gibt aber auch wenige Piranha-Arten, die sich vegetarisch ernähren.

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