www.vollwert-blog.de Osnabrücker Blogger bloggen voll vollwertige Rezepte


Osnabrück. Sie kochen gerne, sie backen gerne, sie essen gerne – und zwar vollwertig. Melanie und Sönke Brummerloh aus Osnabrück legen großen Wert auf gesunde Ernährung. Ihre Rezepte und Erfahrungen teilen sie in VHS-Kursen – und im Internet in ihrem „Vollwert-Blog“, der wöchentlich rund 4000 Besucher zählt.

Die vielen Gerüche sind in der aufgeheizten Küche kaum auseinanderzuhalten. Auf dem Plan von Melanie und Sönke Brummerloh stehen Maronen-Champignon-Suppe mit Thymian,Vollkornbrötchen, Salat, Tomate-Paprika-Brotaufstrich, Schoko-Creme mit Cashew-Nüssen und eine rohköstliche Schoko-Torte zum Nachtisch. Die Arbeitsteilung ist klar: Er schneidet, sie kocht. „Soll ich die ganze Paprika schneiden“, fragt der 34-Jährige. „Nein, nur Hundert Gramm“, antwortet sie. Nachfragen und Anweisungen sind die Ausnahme, Hektik kommt keine auf: Das Ehepaar ist ein gut eingespieltes Team.

Rezeptideen waren gefragt

Seit fast zwei Jahren halten die beiden Informatiker ihre Kocherfahrungen und -rezepte in ihrem Internet-Blog www.vollwert-blog.de fest. „Wir haben immer gerne gekocht und gebacken, Freunde und Familie fragten immer nach unseren Rezepten“, erklärt Melanie die Idee zum Blog. Ihre Rezepte und Erfahrungen sind gefragt: Rund 4000 Besucher zählt ihre Seite pro Woche. Sämtliche Rezepte basieren auf vollwertiger Ernährung.

Denn seit einigen Jahren ernähren sich die beiden vollwertig. Bedeutet: frische und naturbelassene Lebensmittel. „Zu rund 80 Prozent essen wir Obst und Gemüse“, sagt Sönke. „So natürlich wie möglich“, ergänzt Melanie. Sie achten auf naturbelassene Öle, nehmen wenig tierische Eiweiße und keine Zusatzstoffe zu sich. Ihre Lebensmittel kaufen sie im Bio-Laden, und sie sind Mitglieder beim Gemeinschaftshof Pente. Ihr Obst kommt zu großen Teilen aus dem eigenen Schrebergarten.

Gesundheitlicher Hintergrund

Sogar ihr Mehl mahlen die Brummerlohs selbst, um sämtliche Vitamine und Mineralien des Korns zu erhalten. Das sei bei Mehl und Haferflocken aus dem Regal nicht der Fall. „Daher mahlen wir selbst – das ganze Korn“, erklärt Melanie. „Und zwar aus gesundheitlichen Gründen“, ergänzt Sönke. Der 34-Jährige hat Neurodermitis und zahlreiche Allergien, etwa gegen Weizen, Birke, Äpfel, Tomaten und Haselnuss. In einem Buch über Vollwertkost las Sönke, gesunde Ernährung könne Allergien entgegenwirken. „Das war bei uns der Anstoß, auf Vollwert umzusteigen“, sagt er.

Vollwertige Ernährung half

Seither seien seine Allergien zwar nicht verschwunden, aber weitaus schwächer. Sönke berichtet, er könne im Sommer wieder ohne zu schniefen durch Wiesen gehen. Einmal habe er versehentlich Haselnüsse gegessen – „ es passierte nichts, ich habe nichts gemerkt“, beteuert der 34-Jährige. Heute könne er wieder alles zu sich nehmen. Nur bei tierischem Eiweiß kämen die alten Beschwerden kurzzeitig zurück. Melanie isst aus ethischen Gründen kein Fleisch.

Gelingt den beiden ein neues Rezept, fügen sie es ihrem Vollwert-Blog hinzu. Ihre schnellenVollkornbrötchen erhielten die größte Resonanz bei den Lesern. Zumeist seien dies Frauen zwischen 20 und 60 Jahren. „Durch den Blog haben wir viele nette Leute kennengelernt“, sagt Melanie. Auch die Mail-Kontakte würden stetig steigen. Manche hätten Fragen, andere wiederum schickten Rezepte. So stammen auch nicht alle Rezepte aus ihrem Blog von ihnen selbst; woanders gefundene Rezepte variieren sie jedoch oftmals.

Mehr als nur Rezepte

Nicht nur Rezepte teilen Melanie und Sönke in ihrem Blog. Die Brummerlohs informieren ihre Leser darüber, warum sie bestimmte Lebensmittel verwenden oder meiden. In der „Bücherecke“ gibt das Paar Buchtipps zu Ernährung und Gesundheit, Essen und Nachhaltigkeit sowie Wildpflanzen – Kochbücher fehlen nicht minder.

Seit März vergangenen Jahres geben die beiden zudem Kochkurse an der VHS Osnabrück. Vier Kurse waren es bisher – bis auf einen alle ausgebucht. Im März 2014 startet ihr nächster VHS-Kurs. Zeit für neue Ideen ist da: Melanie und Sönke arbeiten seit einigen Monaten auf eigenen Wunsch halbtags – übrigens für denselben Arbeitgeber. Streit gebe es dennoch fast nie, auch nicht beim Kochen. „Wir streiten nur sehr wenig, dafür, dass wir den ganzen Tag aufeinanderhängen“, versichert Sönke.

Zeit und Geld?

Auch an diesem Abend gibt es bei dem eingespielten Team keinen Streit. Sönke mischt Hefe mit Wasser, Melanie mahlt mit einer Getreidemühle Dinkel. Zusammengemischt und geformt ergeben sich aus dem Teig später etwa 20 kleine Brötchen. Nach rund einer Stunde sind alle Speisen zubereitet. „Wir kochen nicht länger als früher“, sagt Sönke. Äpfel und Möhren etwa schälen sie nicht – das sei gesünder und spare Zeit. Und Geld? Bio-Produkte seien zwar teurer als konventionelle, „aber Fertigprodukte sind auch teuer“, sagt Melanie. „Dafür haben wir kein teures Auto“, ergänzt sie. Das Geld investieren die beiden lieber in ihr Hobby: Im Januar beenden beide eine Ausbildung zum Gesundheitsberater.


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