Demo auf der Großen Straße Pflege am Boden: Samstag Liegeschlange in Osnabrück

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Demonstration unter dem Motto „Pflege am Boden“ im Oktober am Osnabrücker Nikolaiort. Foto: Jörn MartensDemonstration unter dem Motto „Pflege am Boden“ im Oktober am Osnabrücker Nikolaiort. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Protest „Pflege am Boden“ geht auch in Osnabrück weiter. Am Samstag, 11.Januar, wollen um 11:55 Uhr Pflegende auf dem Nikolaiort und der Großen Straße durch eine Liegeschlange auf sich aufmerksam machen.

Michael Thomsen, Ansprechpartner der Protestierenden für Osnabrück und Umgebung, erwartet für kommenden Samstag mindestens 150 Teilnehmer. Aufgrund der Rückmeldungen in sozialen Netzwerken und über den Runden Tisch Pflege rechnet er auch mit teilnehmern aus Melle und eventuell auch aus Meppen. Die Organisatoren wollen „Kreativelemente in ihren Protest einbauen. So soll unter anderem eine Art Pappkameraden in die Liegeschlange integriert werden, die mit Aufschriften wie „Ich arbeite jetzt in Skandinavien“ oder „Ich fehle hier wegen Brun out“ auf die Anliegen der Demonstranten aufmerksam machen. „Wir werden das so lange wiederholen, bis sich in Berlin etwas tut“, kündigt Thomsen an. Nachdem bereits im vergangenen Jahr von Pflege betroffene Menschen am Nikolaiort wie in vielen weiteren Städten Deutschlands sich auf den Boden legten, um gegen den Pflegenotstand zu protestieren, werde die Aktion bis auf Weiteres jeden zweiten Samstag im Monat wiederholt.

Die vom Runden Tisch Pflege Osnabrück unterstützte, bundesweite Initiative fordert vor allem mehr Personal-Stellen im professionellen Pflegebereich von Krankenhäusern, Altenpflegeheimen und ambulanten Diensten, um die Berufsflucht zu stoppen. In etwa 80 Städten nahmen am 14. Dezember rund 2500 Menschen an der dritten Aktion von Pflege am Boden teil. Thomsen: „Die Aktionen beziehen ausdrücklich auch alle diejenigen mit ein, die von Pflege betroffen sein können, also jeden.“ Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen wird der Pflegeberuf für Berufseinsteiger immer unattraktiver – und das in Zeiten des Pflegenotstands. Rund 70000 Pflegekräfte mehr würden in den Einrichtungen in der Bundesrepublik benötigt. Konsequenz aus dem Personalmangel: Die Pflegekräfte haben immer weniger Zeit für immer mehr zu pflegende Menschen. Der erhöhte Aufwand für die Dokumentation der Pflege stehle ihnen wertvolle Zeit am Patienten. Die Fürsorge und Betreuung der bedürftigen Menschen komme dabei zu kurz. Thomsen: „Mit unserer Aktion wollen wir die Öffentlichkeit und den Gesetzgeber auf die Lage der Pflege aufmerksam machen.“

Abhilfe müsse auf politischer Ebene geschaffen werden, schreibt Guy Hofmann, ebenfalls Ansprechpartner der Aktion aus Venne, auf www.pflege-am-boden.de : Arbeitsbedingungen für Pflegende zu verbessern und ausreichend Zeit für die Bedürfnisse der zu Pflegenden zu garantieren, schließe einheitliche Personalabmessungen, um Pflegebedürftige adäquat versorgen zu können, mit ein. Hofmann: „Unsere Arbeit ist intensiv und oft auch mühsam. Eine diesen Anforderungen entsprechende Entlohnung ist angebracht, und wir fordern diese guten Gewissens ein.“


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