Werbeagentur überzeugt mit Technik, die richtig reagiert Osnabrücker bauen Homepage von Borussia Dortmund

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Osnabrück. Zwei Millionen Besucher jeden Tag. Welches Unternehmen hat das schon? Borussia Dortmund. Und eine Osnabrücker Werbeagentur hat den Job bekommen, diese Kunden digital in Empfang zu nehmen.

Als der Fußball-Bundesligist Ende November seinen neuen Internet-Auftritt scharf schaltete, war das auch ein kleiner Festtag für das Team der Osnabrücker Werbeagentur Die Etagen. „Wir wollen Emotionen vermitteln und gleichzeitig einen hohen technischen Anspruch erfüllen“, sagt Andree Josef (43), Gründer und Geschäftsführer der Agentur mit Sitz am Goethring. Oder anders ausgedrückt: Die Aufgabe wurde „mit Herzblut und Verstand“ erfüllt. Das ist der Leitspruch des Unternehmens. Es springt die Besucher im Eingang in großen Lettern an.

Für die Inhalte ist Borussia Dortmund zuständig, klar. Aber dass diese schnell, bequem und optisch hochattraktiv bei den Fans ankommen, ist der Job der Osnabrücker. Dazu haben Josef & Co. das sogenannte responsive Design eingesetzt. Das ist eine reaktionsfähige Technik. Oder anders gesagt: Das System erkennt, welches Gerät ein Leser nutzt und stellt die Präsentation darauf ein.

Der Ausgangspunkt war: „Wie schaffen wir das, dass auch Nutzer mit alten Geräten nicht ausgeschlossen werden?“ sagt Andree Josef. Mit diesem Ansatz stach sein Team die Konkurrenz aus Hamburg, Berlin und Dortmund aus und bekam den Zuschlag.

Erweiterte Realität

Das responsive Design passt sich dem Endgerät an –egal, ob es ein topmodernes Smartphone, ein iPad oder ein in die Jahre gekommener Desktop-Computer mit musealer Software ist. Die Datenmengen werden entsprechend dosiert, das Layout der Seite dem Format automatisch angepasst. Josef: „Der Inhalt nimmt sich den Platz, den das Gerät bietet.“

Borussia Dortmund ist ein klangvoller Name in der Kundenliste des Unternehmens, das der Diplom-Physiker Josef 1998 „aus der Hochschule heraus“ gründete. Jährlich wuchs der Umsatz um zehn bis 15 Prozent, inzwischen beschäftigt er 36 Mitarbeiter am Stammsitz in Osnabrück und in zwei kleinen Außenbüros in Hamburg und Berlin. Für das kommende Jahr plant Josef mit einem moderaten Wachstum von fünf bis sieben Prozent – um sich dann vielleicht positiv „überraschen zu lassen“.

Zu den Kunden gehören regionale Mittelständler wie die Volksbank Steinfurt oder Kock Detallabor, aber auch große Namen wie der Landmaschinenhersteller Amazone, die Berentzen-Gruppe, die Stadtwerke Osnabrück, der Verlag Coppenrath und das Modehaus L+T.

Für den Münsteraner Verlag Coppenrath und dessen beliebte „Pinzessin Lillifee“ hat die Werbeagentur ein innovatives Design für Smartphone und iPads umgesetzt. In der Fachwelt heißt das: augmented reality. Zu Deutsch: erweiterte Realität. Die reale Welt der Bücher ist mit der digitalen Welt verknüpft. Wer sein Smartphone auf die Lillfee-Bilder hält, erzeugt eine bewegte, dreidimensionale Darstellung. Ein Filmchen, das die Geschichte aus dem Buch noch lebendiger macht, ohne sie ganz zu erzählen und die Fantasie zu ersticken.

Ein ähnliches Projekt erarbeitetet das Etagen-Team zurzeit mit L+T. „Das wird etwas werden, was es deutschlandweit noch nicht gegeben hat“, sagt Josef. Er will noch nicht alles verraten, aber so viel lässt sich aus den Andeutungen schließen: Es wird wohl ein Papier-Katalog werden, der digitale Modenschauen erzeugen kann.

Die Technik der augmented realitiy ist auch in der Pädagogik einsetzbar. Josef hält sein Smartphone auf das Bild eines Motors. Auf dem Display erscheint das Innere des Motors, die Kolben bewegen sich, die Ventile klappen auf und zu. Oder eine Seite weiter das Bild einer Musikband. Wenn Josef das Smartphone auf den Schlagzeuger fokussiert, ist nur das Schlagzeug zu hören, dann kommt der Saxofonist dazu, schließlich ist das ganze Ensemble zu hören.

Das Prinzip entspricht dem der schon lange bekannten QR-Codes, die sich aber nicht wirklich durchgesetzt haben. Josef hat einer Erklärung: „Den QR-Codes fehlt einfach dieser Wow-Effekt.“


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