Das vernetze Klassenzimmer Die 9b der Wittekind Realschule in Osnabrück ist eine iPad-Klasse

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Shanice. Ipad-Klasse an der Wittekind-Realschule in Osnabrück. 6.11.2013; Photo & Copyright: Michael GründelShanice. Ipad-Klasse an der Wittekind-Realschule in Osnabrück. 6.11.2013; Photo & Copyright: Michael Gründel

Osnabrück. Wenn der Unterricht in der 9b der Wittekind Realschule beginnt, werden nicht die Bücher aufgeklappt, sondern die Tablet-PCs per Knopfdruck hochgefahren. Die komplette Klasse ist mit iPads ausgestattet und der Unterricht wird fast vollständig mithilfe der Geräte durchgeführt.

„Wir sind noch Pioniere auf dem Gebiet und arbeiten erst seit dem 18. Oktober mit den iPads“, sagt Lehrerin und Projektleiterin Sabine Goldigga.

Kennengelernt hat sie die Arbeit mit den Tablets auf verschiedenen Fortbildungen und dort auch Anregungen gefunden. Daraufhin hat sie das Projekt an ihrer eigenen Schule angestoßen. Unterstützung bekam sie auch von Schulleiterin Anne Gussenberg-Westermann: „Es gibt so viele Möglichkeiten mit den Tablets, da brauchen wir gar kein Whiteboard (elektronische Tafel) oder einen Computer“, sagt die Leiterin.

Die Schüler der 9b sind begeistert und wollen die Tablets kaum noch aus der Hand geben. Denn plötzlich wird das schnöde Periodensystem der Elemente mit seinen vielen Zahlen und Buchstaben durch interaktive Darstellungen von Stoffen wie Gold oder Quecksilber verständlich. In Mathe lassen sich Graphen damit zeichen und per Beamer an die Wand werfen. Und mit einem Fingertipp entsteht ein Foto, das die Versuche im Bio-Unterricht dokumentiert. Jeder Schüler ist über Apple-TV mit dem Beamer verbunden, sodass sie sich schnell einloggen und ihre Arbeiten an der Wand präsentieren können. „Ich finde die Arbeit mit dem Tablet besser, weil man nicht mehr so eine Zettelwirtschaft hat, denn alle Unterlagen sind nach Fächern sortiert und in Ordnern zu finden“, sagt Schüler Lucas. „Man hat einfach mehr Möglichkeiten und mus nicht alles ausdrucken“, sagt David.

Neben dem Einsatz im Unterricht soll der Umgang mit den iPads aber auch die Medienkompetenz der Schüler fördern und sie im Umgang mit neuen Medien sensibilisieren. Was gebe ich im Netz preis, welche Rechte habe und welche Bilder darf ich nutzen? Auf diese Fragen gehen die Lehrer ein. „Wenn das iPad nicht sachgemäß im Unterricht genutzt wird, dann können wir die Tablets auch lahm legen“, sagt Gussenberg-Westermann. Das kommt aber so gut wie nie vor, denn die Schüler haben Spaß an der Arbeit mit den Rechnern und „sie arbeiten viel konzentrierter damit“, sagen die Lehrer.

Finanziert wurden die Tablets durch die Eltern, doch vorher musste Sabine Goldigga Überzeugungsarbeit leisten. „Das ist natürlich auch ein finanzieller Aufwand für die Eltern und man muss ihnen danken, denn auch sie sind auf diesem Gebiet Pioniere“, sagt die Projektleiterin.

Natürlich haben Buch und Stift in der Klasse nicht ausgedient, sie kommen nach wie vor zum Einsatz, aber ebene etwas seltener, als noch vor ein paar Monaten.


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