25 000 Euro gegen Kindersklaverei Atze Schröder übergibt Kikxxl-Spende an „Madamfo Ghana“

25 000 Euro für „Madamfo Ghana“: Atze Schröder mit Vereinsgründerin Bettina Landgrafe und Kikxxl-Geschäftsführer Andreas Kremer bei der Spendenübergabe in den Räumen des Osnabrücker Kommunikationsdienstleisters. Foto: Gert Westdörp25 000 Euro für „Madamfo Ghana“: Atze Schröder mit Vereinsgründerin Bettina Landgrafe und Kikxxl-Geschäftsführer Andreas Kremer bei der Spendenübergabe in den Räumen des Osnabrücker Kommunikationsdienstleisters. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Ruhrpott-Comedian Atze Schröder hat der Hilfsorganisation „Madamfo Ghana“ eine Spende der Osnabrücker Firma Kikxxl überreicht. Vereinsgründerin Bettina Landgrafe freut sich über 25 000 Euro im Kampf gegen Kindersklaverei in Westafrika.

„Wow, gut das ich sitze!“ Mit diesen Worten reagiert Bettina Landgrafe auf die Spende in Höhe von 25 000 Euro für den von ihr gegründeten Verein „ Madamfo Ghana “. Mit so viel Geld habe sie nicht gerechnet. Zum Vergleich: Für 193 000 Euro hat die Organisation im Dorf Brodi ein Kinderkrankenhaus gebaut. Die Summe haben im Prinzip die Angestellten der des Kommunikationsdienstleisters Kikxxl in diesem Jahr zusammengebracht. Geschäftsführer Andreas Kremer erklärt: „Die Mitarbeiter erhalten erfolgabhängige Boni. Für jeden erreichten Bonus geben wir einen bestimmten Betrag für die Hilfsorganisation.“ „Madamfo“ ist das ghanaische Wort für Freund. Die Organisation setzt sich gegen Kindersklaverei am Voltasee ein. Auf dem knapp 8500 Quadratkilometer großen Stausee arbeiten Zehntausende Kinder als Sklaven der Fischer. 108 von ihnen hat das Projekt bereits gerettet. Die Eltern verkaufen ihren Nachwuchs für wenig Geld, sagt Landgrafe, was die Kleinen zu billigen Arbeitskräften mache. Die Kinder würden bei der Arbeit häufig geschlagen, müssten stundenlang paddeln und sich über und unter Wasser um die Fangnetze kümmern. Dabei ertränken immer wieder Kinder, berichtet die Vereinsgründerin.

Kinder nicht abkaufen

„Wichtig ist, dass die Fischer die Kinder freiwillig herausgeben. Wenn wir sie abkaufen, schaffen wir nur einen Markt für den Kinderhandel“, sagt Landgrafe. Mitarbeiter des Vereins sprechen die Fischer direkt in den Dörfern an. Anschließend rüsten sie deren Boote mit einem Außenbordmotor und einer Seilwinde aus, sodass die Fischer nicht mehr auf Kindersklaven angewiesen sind. Die geretteten Kinder kommen im vom Verein gebauten Kinderheim unter, das stetig erweitert wird und vor allem von den Kikxxl-Spende profitieren soll. Neben Unterkunft und Nahrung gibt es für sie dort Schulausrüstung und Förderung. „Unsere Kinder sind durchweg die Klassenbesten“, sagt Landgrafe. Elf der 108 ehemaligen Kindersklaven unterstützt Kikxxl bereits durch Patenschaften. Geschäftsführer Kremer findet bemerkenswert, dass Landgrafe in Ghana ausschließlich mit Einheimischen zusammenarbeite. So bleibe das Know-how bei den Betroffenen und das Verantwortungsbewusstsein sei größer, als wenn alles in der Hand Dritter läge, sagt Landgrafe.

Atze Schröder spendete halb Million Euro

Comedian Atze Schröder hat der Hilfsorganisation 2011 seinen 500 000-Euro-Gewinn aus der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ gespendet. Für ihn sei damals wichtig gewesen, dass das Geld tatsächlich bei den Bedürftigen ankomme und nicht zu großen Teilen durch die Verwaltung aufgefressen werde, sagt Schröder. Er war bereits mehrfach in Ghana, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Vereins und seinen mehr als 40 Projekten zu machen.


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