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Englischsprachige Aufführung im Haus der Jugend Osnabrück: „The Ostensibles“ zeigen zwei amüsante Einakter

Von Tom Bullmann


Osnabrück. Englischsprachiges Theater in Osnabrück? Richtig. Was seit den 60er-Jahren bei Angehörigen der britischen Armee Tradition hatte, wird seit dem Abzug der Briten unter dem Namen „The Ostensibles“ weitergeführt. Mittlerweile sind kaum noch ehemalige Soldaten in der Schauspielgruppe und nur noch wenige Muttersprachler, dafür mehr Studenten und Freunde der englischen Sprache. Unter dem Titel „Dying For A Laugh“ („Für ein Lachen sterben“) zeigte die Truppe im Haus der Jugend zwei Einakter, beide eine Mischung aus Komödie und absurdem Theater.

George steht ratlos auf der Bühne. Eigentlich ist er Buchhalter. Doch unvermittelt sieht er sich in die Rolle des Schauspielers hineingeworfen, der ein Stück spielen soll, für das er nicht geprobt hat und dessen Texte er nicht kennt. Ab und zu hilft ihm der Inspizient, der als Zimmermädchen die Szene betritt und ihm souffliert. Doch ansonsten ist er in seinem „Albtraum“ allein gelassen und wacht auch nicht auf, als er schließlich von einem leibhaftigen Henker enthauptet wird.

Zwei vergnügliche Stücke haben sich „The Ostensibles“ für die diesjährigen Herbstaufführungen ausgesucht. Der erste Einakter mit dem Titel „The Actor’s Nightmare“ stammt von dem amerikanischen Dramatiker Christopher Durang und sorgt im Haus der Jugend für viel Amüsement. Vor allem Marcus Küdde zeigt sich in der Rolle des George Spelvin von seiner besten Seite als ahnungsloser Schauspieler, der statt eines Hamlet-Monologs Erinnerungen an seine Schulzeit ans Publikum richtet und schon bald hilflos nach einer „Line“ fleht, nach einem Stichwort vom Souffleur. In seiner Verquickung von klassischem Einakter, historischem Drama und absurdem Theater bietet das Stück kurzweilige Unterhaltung auch für Zuschauer, die das Englische nicht perfekt beherrschen. Mehr Konzentration erfordert das zweite Stück „A Slight Accident“ von James Saunders. Hier liegt der recht schwarze Humor in den Dialogen der ebenfalls recht absurden Geschichte. In der Hauptrolle agiert Denise Tiefenthaler als englische Lady, die gerade ihren Ehemann erschossen hat. Ein Unfall? Sie ruft ihre Nachbarin Camilla an, nicht ohne die Leiche unter einem Teppich und einem Sofakissen nur dürftig zu verstecken.

Nun entwickelt sich ein Gespräch zwischen den beiden Freundinnen, das mehrdeutig die Themen Heirat, Ehe, die Gewohnheiten der Ehepartner und das jähe Ende eines Lebens streift. Wie aberwitzig: Bei der Erwähnung von „Einstein’s Theory of relatives“ fällt auf, dass aus dessen Relativitätstheorie eine „Verwandtentheorie“ gemacht wird. Tiefenthaler, Britta Noerenberg als Camilla und Markus Hollins als ihr Ehemann Rodger bieten einen amüsanten Schwank – mit fatalem Ausgang.

Haus der Jugend: Freunde des englischen Theaters haben am Mittwoch, 21. November, noch einmal die Möglichkeit, „Dying For A Laugh“ vom englischsprachigen Amateurtheater zu erleben. Beginn: 19.30 Uhr.