Zweifachhalle ab August in Betrieb Osnabrück: Richtfest an Sporthalle des Carolinums

Von Stefan Buchholz

Mit dem Richtspruch „Und die Sporthalle hier in der Altstadt-Mitte, damit machen wir in Richtung Zukunft große Schritte“ feierten (von links) Architekt Axel Winter, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Bauleiter Wilhelm Tarner und Schulleiter Helmut Brandebusemeyer das Richtfest an der neuen Sporthalle des Carolinums. Foto: Klaus LindemannMit dem Richtspruch „Und die Sporthalle hier in der Altstadt-Mitte, damit machen wir in Richtung Zukunft große Schritte“ feierten (von links) Architekt Axel Winter, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Bauleiter Wilhelm Tarner und Schulleiter Helmut Brandebusemeyer das Richtfest an der neuen Sporthalle des Carolinums. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Bauleiter Wilhelm Tarner nahm einen tiefen Schluck und warf das Schnapsglas aus fünf Metern vom Gerüst. Dass das Glas zu Scherben zerfiel, ist nach alter Handwerkstradition ein gutes Zeichen für den neuen Bau – die Sporthalle des Gymnasiums Carolinum.

Zuvor hatte Tarner den Richtspruch gehalten. In Reimform berichtete er von der Halle, „hier neu entstanden, wohlgefügt nach Riss und Plan, Hand und Hirn zusammenfanden, damit der Bau Gestalt annahm“.

An das Motiv, eine neue Schulsporthalle zu errichten, erinnerte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Die marode Dachkonstruktion und die nicht mehr zeitgemäßen Sport- und Sanitärbereiche sollten laut Ratsbeschluss von vor drei Jahren durch einen knapp 1000 Quadratmeter großen Neubau ersetzt werden. „Damit hier wieder Schul- und Vereinssport stattfindet, investierte die Stadt 4,375 Millionen Euro“, sagte Griesert nach dem Aufhängen des Richtkranzes. Ab August 2014 werde die neue Zweifachhalle in Betrieb genommen.

Schulleiter Helmut Brandebusemeyer erinnerte an das „Wechselbad der Gefühle“, dem man bald zehn Jahre ausgesetzt gewesen sei. „Nach der Sanierung des Schulgebäudes 2002 hatten wir kaum noch Hoffnung, dass wir eine neue Sporthalle bekommen.“ Doch nur kurze Zeit nach der guten Nachricht, man sei mittlerweile auf Platz drei der Prioritätenliste angelangt und die „zerschlissene Halle“ werde bald durch eine neue ersetzt, sei dann die Meldung von der ebenfalls sanierungsbedürftigen Schlosswallhalle gekommen. Brandebusemeyer dankte für die Entscheidung, beide Hallen gleichzeitig neu zu bauen.

Ebenso dankte der Schuldirektor der Domgemeinde, die erlaubt hatte, bis an die Grundstücksgrenze zu bauen. Und Brandebusemeyers Dank galt im Scherz ebenso der Archäologie, „die hier keine aufsehenerregenden Funde zutage förderte, die den Neubau gefährdeten“.

Die Kreis- und Stadtarchäologen hatten zwischen Abriss und Baubeginn neun Monate im Boden nach mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Relikten gegraben. Den historischen Grund, auf dem die Halle steht, haben die Architekten Hölscher und Winter in den Neubau einbezogen. Durch einen Teil der Fenster ist jetzt der Hellingsturm zu sehen .