Ohne Umsteigen in die City PlanosOsnabrück will Obusse auf den Hauptstraßen

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Moderne Oberleitungsbusse sollen Osnabrücks Hauptachsen bedienen. Wer ein wenig frequentiertes Ziel ansteuert, muss unterwegs in einen Kleinbus umsteigen. Simulation: ViseonModerne Oberleitungsbusse sollen Osnabrücks Hauptachsen bedienen. Wer ein wenig frequentiertes Ziel ansteuert, muss unterwegs in einen Kleinbus umsteigen. Simulation: Viseon

Osnabrück. Der Obus fährt nur bis zur Stadtgrenze – sollen die Fahrgäste demnächst umsteigen, wenn sie nach Hasbergen oder Ostercappeln wollen? Nein, sagt Martin Meyer-Luu von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos). Die Regionalbusse sind auch weiterhin als direkte Verbindung vorgesehen. Aber mit dem neuen Nahverkehrsplan soll sich einiges ändern.

Am Montag entscheidet der Kreistag über den Nahverkehrsplan, am Dienstag der Stadtrat. Osnabrück soll demnächst ein elektrisches Bussystem bekommen, mit Batteriebetrieb für die Innenstadt und Oberleitungen auf den Ausfallstraßen. Weil diese Elektrifizierung teuer ist, sollen damit nur die dicht besiedelten Räume erschlossen werden, und zwar einschließlich Belm.

Regionalbusse, etwa nach Ibbenbüren, Wittlage oder Bad Rothenfelde müsse es also weiterhin geben, sagt Chefplaner Meyer-Luu. Das könnten Hybridfahrzeuge sein, um die Schadstoffnormen in der Umweltzone einzuhalten, gibt er zu bedenken. Auf jeden Fall bleibe der umstiegsfreie Verkehr auf allen Achsen in die Osnabrücker Innenstadt erhalten.

Parallel dazu setzt der Nahverkehrsplan auf eine Stärkung der Schiene. So sollen die Nordwestbahn nach Bramsche und der Haller Willem nach Bielefeld künftig im 30-Minuten-Takt verkehren, und durch die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn soll auch das südwestliche Umland besser erschlossen werden. Dazu kommen bessere Verknüpfungen mit dem Busverkehr an Bahnhöfen wie in Bad Rothenfelde oder Bersenbrück.

Auf lokaler Ebene sind ebenfalls Verknüpfungen geplant – etwa mit dem Auto, dem E-Mobil und dem Fahrrad. An ausgewählten „Mobilpunkten“ im Stadtgebiet könnten Park-and-Ride-Plätze, auch mit Stromanschluss, komfortable Fahrradabstellanlagen und andere Einrichtungen für Pendler entstehen, etwa Paketstationen.

Zuschüsse signalisiert

Wenn das im Nahverkehrsplan favorisierte Obussystem kommt, wird es – schon wegen der Kosten – nur die Hauptachsen bedienen. Damit wird innerstädtisches Umsteigen unvermeidbar. Planos-Geschäftsführer Meyer-Luu denkt da zum Beispiel an die Linie von Hellern nach Hörne, auf der auch Gelenkbusse eingesetzt werden, in denen oft nur sehr wenige Fahrgäste sitzen. Nach seiner Vision steigen diese Passagiere an einem Mobilpunkt in einen batteriebetriebenen Kleinbus um.

Die Elektrifizierung des Bussystems in Osnabrück lässt die Nahverkehrsplaner auf Zuschüsse der Landesregierung hoffen. Zusagen gibt es aber bislang nicht. Martin Meyer-Luu zeigt sich zuversichtlich, dass es eine Förderung gibt: „Die Signale aus Hannover sind gut!“


Mehr Autofahrer in den Bus Möglichst viele Autofahrer für Busse und Bahnen zu gewinnen – das ist das Ziel des Nahverkehrsplans, der in der kommenden Woche vom Kreistag und vom Stadtrat verabschiedet werden soll. Hier einige der wichtigsten Elemente: Elektrischer Antrieb: Moderne Elektrobusse, die aus einer Oberleitung und streckenweise aus Batterien gespeist werden, sollen die Hauptachsen in Osnabrück bedienen. Mit dem E-Antrieb wollen die Stadtwerke die Umweltstandards verbessern. Busbeschleunigung: Mit speziellen Ampelschaltungen und Sonderspuren sollen die Busse schneller werden. Vernetzte Mobilität: An Mobilpunkten sollen Auto- und Radfahrer komfortabel in den Bus umsteigen können. Der Schienenverkehr soll zum Rückgrat des Regionalverkehrs werden. Das erfordert kürzere Taktzeiten und die Reaktivierung älterer Bahnstrecken. Besserer Service: Geplant sind elektronische Fahrscheine, mehr mobile Fahrgastinformationen und Gemeinschaftstarife auch mit dem Schienenverkehr.

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