50 bis 60 Bäume werden gefällt Osnabrück und Nabu werben für Alternativen zu Streusalz

Von Jean-Charles Fays


Osnabrück. Zum ersten Mal hat die Stadt am Donnerstag gemeinsam mit dem Einzelhandel und einem Umweltverband öffentlich für umweltfreundliche Streumittel geworben.

Der Fachbereichsleiter Umwelt und Klimaschutz, Detlef Gerdts, zeigte sich alarmiert, „weil in den letzten Jahren immer mehr Salz gestreut wurde, das die Bäume schädigte.“ In den kommenden Jahren müssten deshalb 50 bis 60 Bäume gefällt werden.

Gemeinsam mit Stadtbaurat Frank Otte, dem Leiter von Marktkauf, Edmund Mahne, und dem zweiten Vorsitzenden des Naturschutzbundes (Nabu) , Holger Oldekamp, versammelte sich das Bündnis hinter einem Nabu-Stand im Eingangsbereich des Nahner Supermarktes. Sie wiesen darauf hin, dass Salz laut Verordnung auf Gehwegen nicht gestreut werden darf und bei Verstößen Geldbußen bis zu 5000 Euro drohen. Der Mitarbeiter im Fachbereich Umwelt, Frank Bludau, sensibilisierte die Leute für umweltfreundlichere, abstumpfende Alternativen wie Splitt oder „Blähton: Das ist ein Naturprodukt mit einem hohen Porenanteil und sehr geringer Dichte. Die Nährstoffe lagern sich dann in der Natur ein.“

Axel Raue vom Osnabrücker Service Betrieb (OSB) betonte, dass die Stadt nicht nur von seinen Bürgern mehr Umweltbewusstsein verlange, sondern auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen will: „Auf der Straße kommen wir ohne Salz nicht aus . Deshalb wollen wir dort den Salzeinsatz zumindest reduzieren und testen ab Januar eine Solestreuung, die mit 60 Prozent weniger Salz auskommt.“ Auf den Bürgersteigen, Radwegen und Bushaltestellen würde die Stadt ohnehin bereits Granulat und Sand streuen. Lediglich in besonderen Gefahrensituationen wie bei Eisregen greife der OSB im Ein- und Ausstieg von Bushaltestellen auf Salz zurück.

Oldekamp vom Nabu unterstrich die Bedeutung der Aktion, denn „es wird sehr viel Streusalz im Eingangsbereich von Baumärkten und Supermärkten feilgeboten, ohne zu wissen, welche Schäden das anrichtet.“ Es würden nicht nur Bäume sterben, weil sie keine Nährstoffe mehr aufnehmen können, sondern auch Gewässer und Grundwasser würden belastet. Der Nabu habe sich daher dazu durchgerungen, statt auf die Stadt wegen des eigenen Streusalzeinsatzes zu schimpfen, jetzt einmal mit ihr zu kooperieren. Oldekamp erklärte die Sympathie: „Wir fordern Stadt zwar weiterhin auf, noch mehr an Alternativen zu denken, aber die Solestreuung ist doch schon mal ein guter Ansatz.“

Raue verteidigte den Salzeinsatz der Stadt auf den Straßen, da alle Versuche mit alternativen Streumitteln bislang gescheitert seien. Deshalb setze der OSB eher auf das Solestreu-Pilotprojekt. Raue versprach: „Wenn der Soleversuch positiv verläuft, dann werden wir einen Teil der Fahrzeugflotte daraufhin umrüsten.“