Piepenbrock-Kunstförderpreis Drei Kunstwerke, drei Treffer

Mit dem Mut zum kantigen Porträt: Julia Wiens hat den verstorbenen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki gemalt. Foto: Stefan LüddemannMit dem Mut zum kantigen Porträt: Julia Wiens hat den verstorbenen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki gemalt. Foto: Stefan Lüddemann

Osnabrück. Am heutigen Donnerstag werden abends die diesjährigen Piepenbrock-Kunstförderpreise verliehen. Wir sagen schon jetzt, welche Arbeiten einen Preis verdient hätten.

Die Piepenbrock-Kunstförderpreise werden einmal jährlich im Dezember für herausragende Leistungen im Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück verliehen. Dabei werden Leistungen in den unterschiedlichen künstlerischen Genres wie Malerei, Bildhauerei oder Grafik und Fotografie gewürdigt. Zu diesem Anlass zeigen alle nominierten Studierenden ihre Arbeiten im Kunstgebäude an der Osnabrücker Seminarstrasse. Eine Woche lang sind die Werkräume in Ausstellungssäle verwandelt.

Und wer sind nun die Favoriten - ganz unabhängig vom Votum der Jury? Hier drei Arbeiten, die kein Besucher verpassen sollte.

Platz eins: Anahi Beatriz Cespedes Arias zeigt junge Frauen „In der Schwebe“. Ihre Digitalfotografien kombinieren lastend schwere Betonarchitekturen mit surreal schwebenden Körpern. Der Kontrast zwischen den ruppig ungastlichen Orten und den schwebenden Frauenkörpern fasziniert. Die Schwebe meint hier nicht nur die abgebildeten Frauen. Auch die Orte schweben - als urbane Leerstellen und Transferzonen.

Platz zwei: Jan-Hendrik Brinkmann inszeniert seine „Grafikexplosion“. Dafür zerfetzt er seine Drucke, hängt die Bruchstücke zu Bildern im Raum - sehr fantasievoll. Der junge Künstler holt seine Bilder dafür buchstäblich aus dem Rahmen, wagt den Akt der Zerstörung, um zu Neuem zu gelangen. Das verdient Respekt, das Resultat Anerkennung.

Platz drei: Julia Wiens hat den Mut zum wuchtigen Porträt. Kraftvoll ihr „Marcel Reich-Ranicki“, ein Bildnis, das mit dem zerfurchten Gesicht Spuren eines langen Lebens zeigt. Auch die anderen Bildnisse gelingen. Wiens holt die Gesichter ganz nah heran, geht in den Nahkampf mit der Malerei. Das zeugt von Selbstbewusstsein.

Drei Arbeiten, drei Treffer - sie allein lohnen des Besuch.Die Ausstellung im Kunstgebäude ist vom 13. bis zum 19. Dezember 2013 geöffnet.


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