Im Haus der Bienen Besuch am Geburtsort von Vordemberge-Gildewart

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Eine abstrakte Biene am Garderobenschrank im VG-Haus, darüber staunten die Kinder der Klasse 3b bei ihrem Besuch an der Großen Gildewart. Foto: Uwe LewandowskiEine abstrakte Biene am Garderobenschrank im VG-Haus, darüber staunten die Kinder der Klasse 3b bei ihrem Besuch an der Großen Gildewart. Foto: Uwe Lewandowski

Osanbrück. Für die Kinder der Klasse 3b der Osnabrücker Johannis-Grundschule öffnete sich jetzt die Tür des Vordemberge-Gildewart-Hauses. Die jetzigen Bewohner Siegfried Hoffmann und Renate Hoffmann-Schilhan staunten nicht schlecht, was die Kinder schon alles über den abstrakten Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart wussten, den ehemaligen Bewohner des Hauses.

Lehrerin Cornelia Wittenbrock berichtete den Gastgebern, dass sich die Kinder schon lange in einem Kunstprojekt mit VG, so das Kürzel des Künstlers, beschäftigt hätten. Unter anderem hatten sie sich in die abstrakte Bilderwelt von VG hineinversetzt, sodass sie selbst Bilder malen konnten, die ihrem Vorbild wohl auch gefallen hätten. Dazu lernten sie unter anderem, gleichseitige Dreiecke mithilfe eines Zirkels zu konstruieren. Und sie kopierten auch das Verfahren, ihre Bilder mit Urheberkürzel zu signieren. Barhan zum Beispiel schrieb BS an sein Werk.

Siegfried Hoffmann zeigte der Gruppe von Jungen und Mädchen eine Terrasse, von der aus sie über die Dächer der Altstadt blicken konnten bis zum Rathaus und zur Marienkirche. Diesen Blick hatte VG als junger Mann aus dem Zimmer, das er während der Tischlerlehre im Betrieb seiner Familie bis zu seinem Wegzug aus Osnabrück bewohnte. Das Zimmer wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, jetzt ist dort eine Terrasse. Die jungen Kunstliebhaber schauten sich im Treppenhaus auch das Latten-Relief an, das von Berufsschülern exakt nach dem Original rekonstruiert wurde.

Die Intarsien des Garderobenschranks in der Hoffmann’schen Wohnung gaben den Jungen und Mädchen aber Rätsel auf. Was sollten die propellerförmig übereinandergelegten Furnier-Stückchen darstellen?, fragte Renate Hoffmann-Schilhan. „Rauchen verboten“, lautete eine erste vorsichtig geäußerte Vermutung. Große Überraschung dann bei des Rätsels Lösung: Es handelt sich um die abstrakte Darstellung einer Biene. VG hatte sie als Logo entworfen für das Kaufhaus „de Bijenkorf“ (Bienenkorb) in Amsterdam. Hier hatte er während der Emigration seinen Lebensunterhalt verdient. Das Logo sei noch lange verwendet worden und auch heute noch auf den Einkaufstüten der Firma zu sehen, erzählte Renate Hoffmann-Schilhan.

Bevor die Kinder, voll mit neuen Eindrücken und beschenkt mit Schokoladennikoläusen, zurück zur Schule gingen, bedankten sie sich bei den Hoffmanns musikalisch: Sie sangen zwei vorweihnachtliche Lieder.


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