Gestaltungswettbewerb der Stadt Wasserfontänen für den Osnabrücker Neumarkt

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Osnabrück. Wasserfontänen lenken vom Verkehrslärm ab, ein Carrée aus Bäumen macht den Busbahnhof zu einem kleinen Hain, streifenförmig verlegte Betonplatten verweben den Platz mit dem Umfeld. So stellen sich die Landschaftsplaner Cornelia Müller und Jan Wehberg aus Berlin den Neumarkt der Zukunft vor. Mit seinem Entwurf hat das Duo vom Berliner Büro Lützow 7 den freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb der Stadt Osnabrück gewonnen. 14 Büros hatten ihre Arbeiten eingereicht.

„Für die Menschen ist das ein deutlicher Gewinn“, sagt der Städtebau-Professor Franz Pesch, der die Entscheidung als Vorsitzender der Jury mit herbeigeführt hat. Gleichwohl räumt er ein: „Wir haben sehr gerungen und über die Machbarkeit diskutiert.“ Die Entscheidung für Lützow 7 sei schließlich mit vier zu drei Stimmen gefallen.

Cornelia Müller und Jan Wehberg sind in Osnabrück keine Unbekannten. Auf das Berliner Duo gehen etwa die Pläne für den Wissenschaftspark an der Sedanstraße und die Landesgartenschau in Bad Essen zurück. Beim Neumarkt haben sich die beiden Freiraumplaner von der Idee leiten lassen, dass die breite Schneise zwischen Altstadt und Neustadt mit gestalterischen Elementen aufgehoben werden soll.

Großformatige Betonstreifen mit sich abwechselnden helleren und dunkleren Grautönen sollen dem Platz eine neue Optik geben. Um einen fließenden Übergang herzustellen, wollen die Gestalter den hellen Naturstein der Großen Straße in den Belag der Fußgängerbereiche „einweben“.

Zu den Vorgaben des Wettbewerbs gehörte eine zweispurige Fahrbahn, die näher an das Landgericht herangezogen werden soll. Damit bleibt an der sonnigeren Nordseite Platz, auf dem sich Straßencafés einrichten können. Fünf großkronige Bäume sollen dieser neu geschaffenen Aufenthaltszone ein grünes Dach geben. Um die Cafégäste vom Verkehr ein wenig abzuschirmen, setzen Müller und Wehberg auf ebenerdig sprudelnde Wasserfontänen. Sie sollen die „akustische Wahrnehmung“ verändern und die „Aufenthaltsqualität“ steigern.

Dass die Bussteige vor dem Landgericht verschwinden sollen, stand schon vor dem Wettbewerb fest. Nach dem Willen der Stadtplaner bekommt der Neue Graben vor dem künftigen Einkaufszentrum einen lang gezogenen Bussteig. Nicht aufgeben mochten die Nahverkehrsstrategen jedoch den Busbahnhof auf der gegenüberliegenden Seite.

Um diesem funktionalen Ort städtebaulichen Glanz einzuhauchen, setzen Cornelia Müller und Jan Wehberg auf deutlich mehr Bäume und auf Schutzdächer unterschiedlicher Größe und Form aus blank poliertem Edelstahl. In denen können sich die Fahrgäste demnächst spiegeln, wenn sie nach oben blicken.

Ob der preisgekrönte Entwurf umgesetzt wird, steht nach Auskunft von Stadtbaurat Frank Otte noch nicht fest. Es seien noch einige Fragen zur Machbarkeit zu klären. Falls das nicht funktioniere, biete sich der Zweitplatzierte als Alternative an. Otte ist zuversichtlich, dass sich das Gesicht des Neumarkts spätestens 2016 verändern wird.


Die Entwürfe für den Gestaltungswettbewerb werden ab Donnerstag, 5. Dezember, 15 Uhr, im Foyer des Dominikanerklosters (Hasemauer 1, Obergeschoss) gezeigt. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Stadtbaurat Frank Otte werden die Ausstellung eröffnen.

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