Berufliche Hauterkrankungen Dermatologe der Uni Osnabrück als Experte gefragt

Gefragt: Swen Malte John, hier mit seinen Mitarbeiterinnen Sabrina Jung und Kahrin Gedinga. Foto: Universität OsnabrückGefragt: Swen Malte John, hier mit seinen Mitarbeiterinnen Sabrina Jung und Kahrin Gedinga. Foto: Universität Osnabrück

Osnabrück. Der Dermatologe apl. Prof. Dr. med. Swen Malte John von der Universität Osnabrück ist derzeit auf EU-Ebene gefragt. Seine Kenntnisse über berufliche Hautkrankheiten stellt er im November und Dezember in Berlin, Bilbao und Brüssel vor. „Mir ist es wichtig, dass die Dermatologie in der Debatte um berufsbedingte Krankheiten die Aufmerksamkeit bekommt, die angemessen ist“, erklärt er.

Anfang November debattierte John im Europäischen Parlament in Brüssel zum Thema beruflicher Hautkrebs durch Sonne zunächst mit Parlamentariern, Vertretern der EU-Kommission und mit Experten aus dem von EU finanzierten und an der Universität Osnabrück angesiedelten neuen Forschungsnetzwerk COST Standerm, bei dem es um die wissenschaftliche Weiterentwicklung von erfolgreichen Konzepten zur Vermeidung von Hautkrankheiten am Arbeitsplatz geht. In Bilbao trat er als Vorsitzender des Forschungsnetzwerks, dem mittlerweile 26 europäische Länder angehören, als Redner und bei einer Podiumsdiskussion der Europäischen Arbeitsschutzagentur EU-OSHA auf. Hier machte er auf den Nachholbedarf bei der Prävention beruflicher Hautkrankheiten, einschließlich von beruflichem Hautkrebs, aufmerksam.

Es war das erste Mal, dass die Dermatologie bei der Europäischen Arbeitsschutzbehörde auf der Tagesordnung stand. Am heutigen Dienstag beginnt in Brüssel eine große arbeitsmedizinische Konferenz auf Einladung des EU Kommissars für Beschäftigung. Auch hier spielt die Frage einer besseren Verankerung der Prävention und Entschädigung von Beschäftigten, die das Pech hatten, sich am Arbeitsplatz eine Hauterkrankung oder Allergie zuziehen, im Vordergrund. Ein Schwerpunkt wird der sonnenbedingte Hautkrebs bei Arbeitsplätzen im Freien sein. In Deutschland ist die Anerkennung solcher Krebsleiden kürzlich durch eine Entscheidung des Arbeitsministeriums wesentlich vorangekommen.

John ist der Leiter der Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie an der Uni Osnabrück. Zudem fungiert er als wissenschaftlicher Direktor und Chefarzt des Instituts für Interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm). Von Osnabrück aus entwickelte er ein Baukastensystem für Menschen mit berufsbedingten Hauterkrankungen und evaluierte es im Verbund mit Kliniken und Praxen. Mittlerweile wurde es bundesweit in das Leistungsangebot der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen. Jeder Betroffene hat so Anspruch auf kostenlose Versorgung durch die Unfallversicherung.


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