Beide Seiten zufrieden Polizei lässt Critical Mass durch Osnabrück fahren


Osnabrück. Am Freitag hat sich eine Gruppe Radfahrer um 18 Uhr zum dritten Mal in Osnabrück als Critical Mass zusammengetan und auf der Straße den Wall umrundet.

Stadt und Polizei hatten die Aktion zuvor angekündigt, eine nicht angemeldete Critical Mass aufzulösen, da es sich bei der „kritischen Masse“ um eine anmeldungspflichtige Versammlung handele. Dennoch ließ die Polizei die Gruppe ungehindert fahren und begleitete sie mit fünf Beamten auf Fahrrädern. Um 19.15 Uhr endete die Fahrt. Beide Seiten zogen ein positives Resümee.

Hintergrund: Die Critical Mass will auf die Rechte und Belange der Radfahrer aufmerksam machen. Ihr Motto: „Wir blockieren nicht den Verkehr, wir sind Verkehr!“

Nach September und Oktober war es die dritte Critical Mass in Osnabrück. Termin ist jeder letzte Freitag im Monat. Die erste Critical Mass fand 1992 in San Francisco statt, in Deutschland 1997 in Berlin.

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Autofahrer brauchen Geduld, wenn sie in ihrer Stadt auf eine Critical Mass treffen und ihr hinterherfahren müssen. Als Verband darf die kritische Masse nach Paragraf 27 der Straßenverkehrsordnung zu zweit nebeneinander auf der Straße fahren, selbst wenn es einen Radweg gibt. Sogar rote Ampeln darf die Gruppe überqueren, sofern der erste Radfahrer noch Grün sah. Allerdings müssen die Radfahrer Lücken für andere Verkehrsteilnehmer lassen. Ohnehin sind Radfahrer generell nur dann verpflichtet, einen Radweg zu nutzen, sofern es einen entsprechend (durch das blaue Schild) speziell gekennzeichneten Weg gibt. Andernfalls müssen Radfahrer einen vorhandenen Radweg nicht nutzen. (yjs)

Die Critical Mass hat ihren Ursprung in den USA. 1992 tat sich erstmalig in San Francisco eine kleine Gruppe Radfahrer als kritische Masse zusammen. Die erste Aktion dieser Art in Deutschland fand 1997 in Berlin statt. Inzwischen gibt es die Critical Mass in vielen Städten Deutschlands. Im Norden und Nordwesten sind etwa Bremen, Hamburg, Hildesheim, Göttingen, Oldenburg, Hannover, Braunschweig, Wolfsburg darunter. Die wohl größte Critical Mass Deutschlands dürfte in Hamburg vertreten sein. Dort sollen es im August dieses Jahres 3250 Teilnehmer gewesen sein. In Budapest sollen sich 2008 sogar rund 80000 Fahrradfahrer zur Critical Mass zusammengeschlossen haben. In Osnabrück trifft sich die Critical Mass seit September 2013 jeden letzten Freitag im Monat. (yjs)

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