Neubau soll 2018 stehen A1: Dütebrücke wird für zwei Jahre halbiert


tn Osnabrück. Bis die Autobahn 1 zwischen der Anschlussstelle Osnabrück- Hafen und dem Lotter Kreuz wieder über die angestrebten sechs Spuren verfügt, dürften noch fünf Jahre ins Land gehen. Und mindestens zwei dieser Jahre könnten für die Umleitungsstrecken hart werden, weil dann die marode Dütebrücke nahe dem Attersee neu gebaut wird und sie jeweils nur halbseitig zur Verfügung steht.

Das für die knapp in Westfalen gelegene Brücke zuständige Landesamt Straßen. NRW hat jedoch nicht beliebig viel Zeit für den Neubau. Ein Gutachten, das das Bundesverkehrsministerium drei Jahre nach Freigabe des sechsspurigen A1-Teilstücks in Auftrag gegeben hat, bescheinigt dem Bauwerk bei vierstreifiger Nutzung Standfestigkeit bis 2016, erklärt Projektleiter Christian Schulze-Erdel. Dann wäre Schluss mit dem Schwerlastverkehr.

Seine Behörde plant daher, die alte Brücke 2015 zunächst mit einer Traggerüstkonstruktion abzufangen, um danach in Ruhe reißen zu können. Problem: Das Bauwerk besteht aus einer auf acht Stützenpaaren gelagerten 280 Meter langen und 35 Meter breiten Betonplatte, die zunächst in der Mitte zerschnitten werden muss, um sie dann halbseitig abzutragen und zu ersetzen. Derweil soll auf der anderen Hälfte der Verkehr fließen.

„Wir führen derzeit Abstimmungsgespräche mit der Stadt Osnabrück, um zu klären, ob ein förmliches Verfahren zur Umweltverträglichkeit notwendig ist“, sagt Schulze-Erdel. Grund: Die Düte bildet mit ihren Nebenbächen ab der Kuhlbreite in Atter ein Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet.

Dennoch geht der Projektleiter davon aus, 2015 mit dem Traggerüst beginnen und 2018 die neue Brücke freigeben zu können. „Es sei denn, es tritt ein Schaden ein; aber der deutet sich derzeit nicht an.“

In den geplanten zwei bis zweieinhalb Jahren Bauzeit mit halbseitiger Verkehrsführung ist selbstverständlich wieder mit Staus wie beim sechsstreifigen Ausbau zu rechnen. Besonderheit: Die Umleitungsstrecken sind zum Teil gesplittet: Richtung Dortmund führt eine durchs Stadtgebiet, Richtung Bremen geht sie durch die Gemeinde Lotte. Die für das Teilstück Lotter Kreuz bis Hafen genutzte L597 ist zwischen Lotte und Wersen aktuell komplett gesperrt. „Den Ausbau haben wir bis zum Baubeginn an der Brücke fertig“, sagt Schulze-Erdel zu.

Die Umleitung von Osnabrück-Hafen zur Anschlussstelle Nord aber führt durch ein extremes Nadelöhr in der Bauerschaft Halen, in dem Begegnungsverkehre für Lkw kaum möglich sind. Nach Jahrzehnten des Stillstands soll nun ein Bypass gebaut werden. Der dafür zuständige Kreis Steinfurt will damit zeitnah beginnen. Straßenbauamtsleiter Stephan Selker hofft, es bis 2016 zu schaffen. Denn wenn es auf der A1 eng wird, muss jede Umleitungsstrecke verfügbar sein.

Der Kritik, dass man die Probleme an der Dütebrücke nicht bereits im Zuge des sechsstreifigen A1-Ausbaus erkannt und behoben habe, entgegnet Frank Engelmann, stellvertretender Außenstellenleiter des niedersächsischen Straßenbauamtes in Osnabrück: „Die Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums mit den neuen Lastzahlen für Brücken ist erst nach dem A1-Ausbau herausgekommen.“

Das erkläre auch, warum jüngst so viele Autobahnbrücken in den Fokus gerieten. Unter anderem deswegen will der Minister jetzt zusätzliche Mittel aus einer Autobahnmaut für Ausländer.


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