Anonyme Anschuldigungen La-Vie-Chef Bühner wehrt sich gegen „Lügen“

Von Wilfried Hinrichs

Wehrt sich gegen Lügengeschichten: Spitzenkoch Thomas Bühner vom La Vie. Foto: PR-AgenturWehrt sich gegen Lügengeschichten: Spitzenkoch Thomas Bühner vom La Vie. Foto: PR-Agentur

Osnabrück. Drei-Sterne-Koch Thomas Bühner setzt sich massiv gegen anonyme Anschuldigungen zur Wehr, er behandele „Normalbürger“ in seinem Restaurant wie Menschen zweiter Klasse. „Das ist eine Lüge, das trifft mich“, sagte Bühner am Freitag in einer Pressekonferenz.

Vor zwei Wochen fand Bühner ein anonymes Schreiben in seinem Briefkasten. Darin wird ihm vorgeworfen, „ganz normale Durchschnittsbürger“ dürften das La Vie nicht betreten, „weil sie dementsprechend nicht das nötige Kleingeld und die passende Kleidung haben“. Bühners „menschenverachtende“ Verhalten sei „oft Gesprächsthema im weiteren Bekanntenkreis“ und finde immer mehr Anhänger, teilte der namenlose Schreiber mit. Damit habe das La Vie ihn „und auch andere wohlhabende Familien als sehr guten Kunden verloren“. Der Schreiber droht damit, „die Bürger am Westerberg“ darüber zu informieren und sich an die Osnabrücker Medien zu wenden.

Das hat Bühner nun übernommen, indem er die Presse am Freitag zu sich ins Haus einlud. Er sei sich der Gefahr und des Risikos dieser Pressekonferenz bewusst, sagte der Sterne-Koch. Denn natürlich mache er mit diesem Schritt an die Öffentlichkeit auch Inhalte des Schreibens publik. „Ich bin auf diesem Gebiet etwas dünnhäutig“ so Bühner. Er wolle nicht, dass sich diese „Lügen“ festsetzen und er erneut gegen Gerüchte ankämpfen müsse.

Bühner hat – wie andere Spitzenköche auch – leidvolle Erfahrungen mit falschen Anschuldigungen. Vor einigen Jahren kursierte die Legende, dass Gäste mit der Rechnung eine rote Karte erhalten haben sollen mit der Aufforderung, das Lokal bitte nicht mehr zu besuchen. Sie hätten sich zu laut unterhalten, die Begleiterin vom eigenen Essen kosten lassen oder in anderer Weise gegen Regeln des Hauses verstoßen. Alles Unsinn. Diese Geschichte war frei erfunden und setzte sich im Internet immer weiter fort. Bühner spürte die Konsequenzen unmittelbar, wie er vor der Presse sagte. Es habe besorgte Nachfrage und auch Stornierungen gegeben, ohne dass er die Chance gehabt hätte, die Geschichte als Lüge zu entlarven und aus der Welt zu schaffen. „Ich will jetzt nicht wieder hinterherlaufen“, sagte der Chefkoch.

Anzeige gegen den unbekannten Verleumder hat Bühner nicht gestellt: „Da kommt eh nichts raus, die Polizei hat Wichtigeres zu tun.“

Das Osnabrücker Stadtmarketing unterstützt Bühner in seinem Kampf gegen die Lügen-Geschichten. Brigitte Neuhaus, Leiterin Tourismusmarketing, sagte, das La Vie sei ein „touristischer Leuchtturm“ für Osnabrück, der Menschen aus aller Welt auf die Stadt aufmerksam mache, die ansonsten niemals den Weg nach Osnabrück gefunden hätten.