Stoffbeutel als Ersatz Domschüler nehmen Osnabrückern die Plastiktüten ab

Von Nadine Grunewald


Osnabrück. Wer durch die Innenstadt geht, sieht dort nicht nur Menschen. Auch Plastiktüten beherrschen das Bild. Mit der Aktion „Plastik kommt uns nicht in die Tüte“ haben Schüler der Domschule, die bei der Umwelt AG mitmachen, darauf aufmerksam gemacht, dass zu viel Plastik schlecht für die Umwelt ist. Sie forderten Passanten auf, ihre Plastiktüten gegen selbst bemalte Stoffbeutel einzutauschen.

Rund 50 dieser beigen Beutel mit farbenfrohen Motiven wollten die neun Schüler der sechsten bis achten Klassen am Donnerstag unter die Leute bringen. Den Zeitpunkt hatten sich die Schüler zusammen mit Annika Hatke und Andre Schmill genau überlegt. Denn die Woche vom 16. bis zum 23. November ist die Europäische Woche zur Abfallvermeidung. Hatke und Schmill machen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr und führen die Umwelt AG an der Domschule durch. Das Projekt „Plastik kommt uns nicht in die Tüte“ ist laut den beiden die einzige offiziell registrierte Initiative aus Osnabrück, die während der europaweiten Aktion durchgeführt wird. „Seit August sind wir am planen“, sagte Andre Schmill. Die Idee, Plastik zu einem Thema in der Umwelt AG zu machen, hatte Dorota Kuczia von der Pädagogischen Umweltberatung an Schulen, die die Umwelt AG betreut. „Ich konnte mir das gut vorstellen“, sagte sie.

Und am Donnerstag wurde das lange geplante Projekt schließlich in die Tat umgesetzt. Zu zweit oder dritt gingen die Schüler durch die Große Straße. Wer seine Einkäufe in einer Plastiktüte mit sich trug, wurde angesprochen. „Manche wissen vielleicht erst gar nicht, worum es geht“, vermutete eine Schülerin, bevor es los ging. Die ersten angesprochenen Einkäufer wollten dann auch ihre Plastiktüten nicht abgeben. Doch dann hatten sie Glück. Mechthild und Rebecca Köstner gaben ihre türkis-grün gemusterte Tasche einer Bekleidungskette gerne für einen Stoffbeutel her. „Wir finden die Aktion gut“, sagte Mechthild Köstner. Schließlich gebe es viel zu viele Plastiktüten. „Wenn wir eine haben, sagen wir im nächsten Geschäft schon immer, dass wir keine neue brauchen.“ Nicht immer aber sei das von Erfolg gekrönt.

Etwa anderthalb Stunden lang versuchten die Schüler, ihre Stoffbeutel einzutauschen. Am Ende waren alle weg. „Es ist super gelaufen“, sagte Schmill. „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen, auch von Leuten, die nur von außen zugesehen haben. Eine Passantin hat gefragt, was denn ihre eine Tüte schon ausmachen würde.“

Die Plastiktüten, die die Schüler den Passanten abgenommen haben, behalten sie. „Wir bewahren sie auf und wollen dann in der Schule zeigen, wie viel Plastik zusammengekommen ist“, erklärte Schmill. Wie genau sie das machen wollen, steht aber noch nicht fest.


Die Pädagogische Umweltberatung ist ein Kooperationsprojekt zwischendem Verein für Ökologie und Umweltbildung in Osnabrück und der Universität Osnabrück. Ihre Funktion ist es, Schulen sowie Lehrer beim Durchführen schulischer Umweltprojekte zu beraten und zu unterstützen. Dabei spielt auch Hilfestellung bei Müllvermeidung und -trennung eine Rolle. Die Pädagogische Umweltberatung gibt es seit 15 Jahren. Neben einem Abfalltraining werden auch Papierschöpfen oder eine Umweltrallye angeboten.