Wie Frieden in Nahost möglich wäre Diskussion mit Remarque-Friedenspreisträgern

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Am Donnerstag, dem Vorabend der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises, fand in der Osnabrückhalle die Podiumsdiskussion „Wir bleiben im Gespräch“ mit den Preisträgern und Laudatoren statt.

Als Kind sah Abdallah Frangi, wie 24 Männer bei lebendigem Leib verbrannten. „Dieses Bild werde ich nie vergessen“, sagte der palästinensische Politiker im Europasaal. Und doch glaubt er, dass Frieden zwischen Israel und Palästina möglich ist. Genau wie Avi Primor, von 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Deutschland.

Wie Frieden in Nahost möglich ist und woran er gescheitert ist, darum ging es im Gespräch mit den Friedenspreisträgern und ihrer Laudatorin, der Journalistin Franziska Augstein. Zwei Drittel der Israelis seien für eine Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern, so Primor. Gleichzeitig hätten sie Angst, „dass es keine Mittel gibt, die Sicherheit zu gewährleisten“. Das sähen sie etwa darin bestätigt, dass es zu Gewalt und Terror kam, nachdem die Israelis 2005 aus dem Gazastreifen abgezogen seien.

Frangi dagegen betonte, dass die Israelis ihrerseits aufhören müssten, immer mehr Siedlungen zu bauen. Dadurch würden die Palästinenser jegliche Hoffnung auf Frieden verlieren. Und Franziska Augstein erklärte, dass es mit der Mauerpolitik der Israelis keinen Frieden geben könne.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern beherrschte den Abend. Ausschließlich zu diesem Thema wurden Fragen aus dem Publikum gestellt. Dabei saß noch der Sonderpreisträger auf der Bühne: Bernd Wagner war als Stellvertreter der Initiative EXIT-Deutschland anwesend, der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius als sein Laudator. Wagner beschrieb die Arbeit seiner Initiative, die Aussteigern aus der rechten Szene hilft. Der Ausstieg werde ihnen aber innerhalb ihrer Szene durch Mobbing und Gewalt verbaut. Boris Pistorius betonte, wie wichtig Initiativen wie EXIT seien. Sie würden ehemaligen Rechten eine „Rückfahrkarte“ zurück in die Demokratie geben.

Musik machten Svetlana Kundish und Marwan Abado, eine Musikerin mit jüdischen Wurzeln und der Sohn einer christlich-palästinensischen Familie. Wie Primor und Frangi setzen sie sich für den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern ein. Auch mit ihrer Musik, die sowohl jüdische als auch arabische Einflüsse hat. Moderiert wurde der Abend von dem freien Journalisten Paul Stänner.


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