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Schüler üben das Wählen Osnabrücker Schulen nehmen an der Juniorwahl teil

Von Nadine Grunewald

Alles vorbereitet für die Wahl: Die Schüler des Wahlvorstandes organisieren die Juniorwahl. Nach der Stimmabgabe müssen sie diese auswerten. Foto: Elvira PartonAlles vorbereitet für die Wahl: Die Schüler des Wahlvorstandes organisieren die Juniorwahl. Nach der Stimmabgabe müssen sie diese auswerten. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Wenn am Sonntag die Wahlberechtigten zur Landtagswahl gehen, haben 260 Schüler der Thomas-Morus-Schule ihre Stimme längst abgegeben. Die Neunt- und Zehntklässler richten am Freitag eine „Juniorwahl“ aus.

Bei dem bundesweiten Projekt, bei dem die Wahl unter realen Bedingungen abläuft, sollen sie lernen, wie das Wählen funktioniert.

„Wir wollen die Schüler an das demokratische System heranführen. Sie sollen sich damit beschäftigen und die Parteien kennenlernen“, sagt Jonas Hoveling. Er ist einer der Schüler, die zum Wahlvorstand gehören. Jede der neun teilnehmenden Klassen hat zwei Schüler ausgesucht, die das Wählerverzeichnis der Klasse organisieren, die Wahlberechtigungen verteilen und die Wählerbezirke der Schüler ermitteln müssen. Aus dem Vorstand wird zu einem späteren Zeitpunkt der fünfköpfige Wahlvorsitz gebildet.

„Das erledigen alles die Schüler selbst“, sagt Felix Trentmann. Der Politik- und Geschichtslehrer unterstützt die Jugendlichen bei der Organisation. „Die Schüler müssen das Wahlrecht als Grundrecht des Staates kennenlernen“, erklärt er. Daran sollten sie entsprechend herangeführt werden. Zur Vorbereitung wurden Themen rund um die Wahl im Unterricht behandelt.

Die Juniorwahl ist eine bundesweite Initiative des Vereins Kumulus und wird seit 1999 begleitend zu Landtags-, Bundestags- und Europawahlen durchgeführt. Neben der Thomas-Morus-Schule nehmen mehrere weitere Schulen aus Osnabrück und dem Umland an dem Projekt teil.

„Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Wahlbeteiligung bei den Eltern, deren Kinder in der Schule an der Juniorwahl teilnehmen, acht Prozent höher ist als bei anderen“, erzählt Trentmann. Bereits vor mehreren Jahren hat eine Klasse der Thomas-Morus-Schule mitgemacht. Die Wahl fand damals außerhalb der Schule statt. In diesem Jahr wird sie erstmals innerhalb der Schule durchgeführt.

Zwischen 11.15 Uhr und 13 Uhr geben die Schüler der Haupt- und Realschule am Freitag klassenweise ihre Stimme ab. Die Wahl kann entweder online im Internet oder als klassische Papierwahl erfolgen. An der Thomas-Morus-Schule hat man sich für Letzteres entschieden, „weil so auch die reale Wahl abläuft“, wie Trentmann anmerkt.

In einer Wahlkabine müssen die 260 Schüler – nachdem sie sich mit ihrem Ausweis ausgewiesen haben – auf einer verkleinerten Version des originalen Stimmzettels ihre beiden Kreuze machen und diesen anschließend in eine versiegelte Wahlurne werfen – genau so, wie es am Sonntag in den Wahllokalen geschehen wird. Bis 18 Uhr müssen die Wahlhelfer die Stimmen auswerten und das Ergebnis an das Projekt weiterleiten.

Das Wahlergebnis wird auch in der Schule aufgehängt. „Im Unterricht wollen wir dann gucken, wie wir hier ein Parlament hätten bilden können“, sagt Trentmann. Die Schüler haben Gefallen gefunden an dem Projekt. „Ich fand es interessant, dass wir uns im Unterricht die Ziele der Parteien angesehen haben. Bei den Schülern kommt das gut an, weil sie sich noch nicht so mit dem Thema beschäftigt und es nur mal bei den Eltern aufgeschnappt haben“, sagt Jonas Hoveling. Rieke Stallkamp, ebenfalls im Wahlvorstand, gefällt es, den Ablauf kennenzulernen. „Wenn wir in der Schule nicht lernen, wie man wählt, werden wir später ins kalte Wasser geschmissen“, sagt sie.