Verlust ist kalkuliert Landkreis Osnabrück: Abfallbetrieb fährt Minus ein

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Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft im Landkreis Osnabrück hat im Jahr 2012 einen Verlust von etwa 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Symbolfoto: dpaDer Eigenbetrieb Abfallwirtschaft im Landkreis Osnabrück hat im Jahr 2012 einen Verlust von etwa 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Wenn ein Abfallwirtschaftsbetrieb einen Verlust von mehr als einer Million Euro präsentiert, sorgt das für gewöhnlich für keine Zustimmung im politischen Raum. Anders ist es beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises: Hier zwingt der Gesetzgeber quasi zu einem Minus.

Worum geht es?

Im Betriebsausschuss des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft beim Landkreis Osnabrück stellte Awigo-Geschäftsführer Christian Niehaves jetzt den Jahresabschluss für 2012 vor. Ergebnis: Bei einem gesamten Aufwandsvolumen von rund 23 Millionen Euro erreicht der Abfall-Eigenbetrieb ein Minus von knapp 1,46 Millionen Euro. Geplant war ursprünglich ein geringeres Defizit von etwa 1,2 Millionen Euro.

Warum plant der Betrieb mit einem Minus?

In den Jahren 2009 bis 2011 wurde ein Gewinn von circa 3,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Grund dafür waren neben den Müllgebühren der Endkunden auch die guten Preise für beispielsweise Papier und Pappe, die die Abfallwirtschaft im Landkreis sammelt und auf dem Markt für Weiterverwertung verkaufen kann. Für die in diesen drei Jahren verdienten Überschüsse verlange der Gesetzgeber jedoch, dass eben diese Summe in den darauffolgenden drei Jahren abgebaut werden müsse, so Niehaves. Aus diesem Grund plane man auch mit einem kalkulierten Verlust.

Dass dieser im Geschäftsjahr 2012 um etwa eine Viertelmillion Euro höher ausfällt, als gedacht, hänge vor allem damit zusammen, dass sich eben erwähnte Preise etwa für Papier und Pappe nun anders entwickelt hätten. Niehaves zeigte hier eine Grafik mit wellenförmig verlaufenden Linien – der Preisentwicklung für Papier und Pappe auf dem Markt für weiterzuverwertende Stoffe. „Es ist schwierig, eine Planung für drei Jahre auf die Beine zu stellen, wenn die Marktlage sich so verändert“, so der Betriebsleiter.

Was sagen die Ausschuss-Mitglieder?

Für die Politiker sorgte das von Niehaves präsentierte Ergebnis für keine Überraschung. Auch der zusätzliche Verlust führte zu keiner Kritik. „Das Ergebnis weicht nur zu rund einem Prozent vom Gesamtvolumen ab. Wir sehen das als gutes Ergebnis an“, kommentierte Dieter Selige (SPD). Die Beschlussvorlage für den Kreistag, der am 16. Dezember sowohl das Jahresergebnis beschließen, als auch den Betriebsleiter entlasten soll, fiel dementsprechend einstimmig aus.

Ergeben sich daraus Hinweise für künftige Müllgebühren?

Noch nicht. Laut Niehaves würden diese in der Regel im Landkreis Osnabrück alle drei Jahre neu angesetzt – das nächste Mal also zum 1. Januar 2015. „Wie die Müllgebühren danach aussehen, können wir erst Ende nächsten Jahres sagen“, so der Awigo-Chef. Unwägbarkeiten seien neben der Preisentwicklung für Papier und Pappe auch die unklare Menge an Restmüll. „Je mehr wir davon einsammeln, desto größer sind die Kosten.“


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