„Will niemanden anschwärzen“ Blog „Osnabrücker Radwege“ zeigt Parksünder


Osnabrück. Für Fahrradfahrer sind sie nicht nur ein Ärgernis, sondern können zur Gefahr werden: Falschparker und sonstige Hindernisse auf Radwegen, die Radfahrer zum Ausweichen auf die Straße zwingen. Der neue Foto-Blog „Osnabrücker Radwege“ dokumentiert einige dieser Fälle.

Seit Mitte Oktober sammelt Markus (Name geändert) Fotos von Autos, die von ihren Besitzern auf Radwegen abgestellt wurden. Im Internet veröffentlicht er die Falschparker auf seinem Tumblr -Blog „Osnabrücker Radwege“ . Die meisten Fotos stammen von ihm selbst, vereinzelt bekommt er Einsendungen. Die Beschreibung der Internetseite: „Das sind Osnabrücks Radwege. Scheinbar nicht für jeden ersichtlich ...“.

Ärger über Falschparker

„Die Idee zu dem Blog kam durch die ständige Aufregung an der Martinistraße“, sagt Markus im Gespräch mit unserer Zeitung. Er benutze oft den Radweg stadteinwärts, und ständig parkten dort Autos. „Warum blockieren Autofahrer nicht ihre eigenen Wege“, fragt sich Markus. „Ich parke mein Rad ja auch nicht auf der Straße.“ Es sind aber nicht nur Autos, die er fotografiert. Auch die Stadt behindere gelegentlich Radwege – etwa durch mobile Ampeln oder sonstige auf Radwegen abgestellte Hindernisse.

Anonymität wichtig

Markus möchte anonym bleiben, denn manche Autofahrer würden aggressiv reagieren, wenn man sie auf ihr Falschparken hinweise. „Ein Mal wurde ich verfolgt, und mir wurde Prügel angedroht“, sagt der passionierte Radfahrer. Daher enthält der Blog keine Kontaktdaten.

„Niemanden anschwärzen“

Auf der anderen Seite gewährt Markus den Fahrern der fotografierten Autos ebenfalls Anonymität. „Ich will niemanden anschwärzen, sondern Aufmerksamkeit erregen“, sagt er. Daher mache er die Autokennzeichen unkenntlich.

Einsicht sei bei den Falschparkern eher die Ausnahme. Aber: Ende Oktober meldete Markus via Twitter, dem Kurznachrichtendienst im Internet, einen auf einem Radweg geparkten DPD-Transporter. Der Paketdienstantwortete per Twitter: „Wir geben das gleich an die Kollegen vor Ort weiter, danke für die Info.“


In der Straßenverkehrsordnung heißt es in § 12 (Halten und Parken): ... (4) Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen, wenn er dazu ausreichend befestigt ist, sonst ist an den rechten Fahrbahnrand heranzufahren. Das gilt in der Regel auch, wenn man nur halten will; jedenfalls muss man auch dazu auf der rechten Fahrbahnseite rechts bleiben. [...] ...

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