Bundesweiter Protest Aktionstage der „Studis gegen Wohnungsnot“

Von Désirée Therre


Osnabrück. Mit bundesweiten „Mietenaktionstagen“ wollen Studenten vom 4. bis zum 8. November mit Protesten auf den Wohnungsmangel zum Semesterstart aufmerksam machen. In Osnabrück plant der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) einen Informationsstand in der Innenstadt.

Das Bündnis „Studis gegen Wohnungsnot“ hat vom 4. bis zum 8. November zur „Mietenaktionswoche“ aufgerufen. Auf der Internetseite kündigt der Zusammenschluss „bundesweite, dezentrale Protestaktionen und Demonstrationen“ an.

Auch in Osnabrück wird es nach Angaben des AStAs der Universität Aktionen geben. In der Mensa am Schloss sowie in der Großen Straße soll am Dienstag zwischen 10 und 16 Uhr an Ständen über das Projekt „Wohnen für Hilfe“ informiert werden. Das Wohnprinzip sieht den Tausch eines freien Zimmers gegen Alltagshilfe vor. Doch auch davon unabhängig können sich Wohnungssuchende an den Ständen informieren.

In Berlin wird es am Freitag einen „Sleep-in“ geben, wie Katharina Mahrt vom Dachverband von Studenten-Vertretungen „Freier Zusammenschluss von StudentInnenschaften“ (fzs) sagt. Dann werden Studenten mit Schlafsäcken vor der Baugrube des Berliner Schlosses übernachten. Auch in Freiburg wird gegen hohe Mieten und Wohnungsmangel mit einem „Sleep-in“ protestiert. In Frankfurt gibt es am Freitag eine Kundgebung auf dem Römer. In Köln, Berlin und München werden beispielsweise Podiumsdiskussionen mit „Vertretern der Politik und Studenten“ organisiert, so Mahrt. Mittlerweile haben sich einige Gruppen in verschiedenen Städten gebildet, die auch mit einer Seite im sozialen Netzwerk Facebook auf sich aufmerksam machen. Unter dem Hashtag „Wohnungsnot“ werden auch auf Twitter Aktionen angekündigt.

Mit der „Mietenwoche“ will das Bündnis, welches sich aus verschiedenen studentennahen Gruppen, Verbänden und Parteien zusammensetzt, mehr bezahlbare Wohnungen in Nähe der Hochschulen fordern. Die Wohnungssituation sei zwar nicht bundesweit gleich, so Mahrt. Aber auch in kleineren Städten, wie Jena, Erfurt, Trier und Heidelberg, sei die Wohnsituation problematisch, sagt sie. Das Problem werde sich gerade in studentischen „Ballungszentren“ verschärfen.

In Osnabrück habe sich die Lage nach dem Semesterbeginn entspannt, so Ursula Rosenstock, Abteilungsleiterin Studentisches Wohnen des Osnabrücker Studentenwerks. „Am Schwarzen Brett gibt es ganz viele Angebote“, sagt sie. Die seien zwar nicht immer „der Brüller“ oder direkt „neben der Uni“ , aber es gebe genug Unterkünfte für die Studenten. Allerdings sei die Situation in größeren Hochschulorten eine andere, sagt Rosenstock. „Die Hochschulen können etwas dagegen tun, indem sie wieder ein Sommersemester einführen“, sagt sie. Das würde die Situation entschärfen.

Ina Sprotte vom AStA der Universität Osnabrück sieht die Situation kritischer: „Die Wohnsituation ist, meiner Meinung nach, immer noch angespannt. Zum einen gibt es wenige freie Wohnungen und die Wenigen sind teilweise kaum erschwinglich für die geringen Finanzmittel der Studierenden.“

Mit dem Start des Wintersemesters sind rund 3700 Erstsemester nach Osnabrück gekommen. An der Hochschule begannen 2700 Erstsemester mit dem Studium – ein Bewerberrekord. Dem Bündnis “Studis gegen Wohnungsnot“ geht es nicht nur um mehr Wohnraum, sondern auch um günstigere Mieten. Gerade Studenten seien sehr flexible Mieter und müssten aufgrund von Praktika oder Wechsel des Studienorts oft neue Wohnungen finden, erklärt Mahrt. Wenn nach jedem Auszug der Mietpreis erhöht werde, litten vor allem die Studenten darunter, sagt Mahrt.


0 Kommentare