Bierstraße: „Wenn so etwas möglich ist“ BBK-Kunst-Quartier: Positionen zu Krieg, Frieden, Freiheit und Umwelt

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Die Künstler im BBK-Kunstquartier. Foto: Gert WestdörpDie Künstler im BBK-Kunstquartier. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Friedenstaube hockt im Käfig. Ein Symbol für den Zustand, in dem sich unsere Welt befindet? Ist die Friedenstaube ihrer Freiheit beraubt und kann den kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserer Erde nichts entgegensetzen? So jedenfalls sehen es Künstler, die im Bund Bildender Künstler Osnabrück (bbk) organisiert sind.

„Wenn so etwas möglich ist“ überschrieben sie die Gemeinschaftsausstellung, die zurzeit im bbk-Kunstquartier zu sehen ist. 13 aktuelle künstlerische Positionen zu den Themen Krieg, Freiheit, Frieden und Umwelt werden dort präsentiert und stellen unter Beweis, dass sich immer mehr Künstler politisieren. „Wir sind froh, dass wir hier ein Forum geboten bekommen, auf dem wir unsere gesellschaftlich und politisch motivierten Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich machen können“, sagt Jelena Reinert stellvertretend für die anderen bbk-Mitglieder.

Sie ist mit einer Rauminstallation an der Ausstellung beteiligt: Fahnen aus Seide hängen von der Decke herab, auf der sie Dokumente des Grauens abbildete und malte: Zeitungsausschnitte mit Fotos von ertrinkenden Flüchtlingen, von explodierenden Atomkraftwerken und vergewaltigten Frauen.

Subtiler ist da die Arbeit von Mechthild Wendt, die sich mit dem aktuellen NSA-Schnüffelskandal auseinandersetzt. Wie politisch der bbk mittlerweile arbeitet, zeigt eine Performance, die einige Mitglieder am Mittwochabend starteten.

Unter dem Titel „Duran Pussys“ positionierten sie sich mit gestrickten Hauben vermummt im Schaufenster der Galerie.

Einerseits wollten sie damit ihre Solidarität mit den inhaftierten russischen Musikaktivistinnen von Pussy Riot bekunden, außerdem erinnerten sie mit der Aktion an Erdem Gündüz, der als „Stehender Mann“ (Duran Adam) auf dem Istanbuler Taksim-Platz gegen das Vorgehen der Staatsgewalt protestierte.

BBK-Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „wenn so etwas möglich ist“. 13 aktuelle künstlerische Positionen von Inge Dietrich, Thomas Fleischer, Monika Hamann, Kerstin Hehmann, Manfred Heinze, Joachim Jurgelucks, Ilse Kampen, Sylvia Lüdtke, Jens Raddatz, Jelena Reinert, Tina Schick, Spony und Mechthild Wendt. Bis 23. 11., Di.–Fr. 14–18 Uhr, Sa. 11–16 Uhr. www.bbk-osnabrueck.de


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