Cicinatela macht ganz eigene Weltmusik Osnabrücker Band erfolgreich beim „Creole“-Wettbewerb

Von Tom Bullmann

Etappenziel erreicht: Cicinatela-Musiker Felix Holzenkamp, Natalia Vanishvili, Felix Holzenkamp und Edin Mujkanovic. Foto: Hermann PentermannEtappenziel erreicht: Cicinatela-Musiker Felix Holzenkamp, Natalia Vanishvili, Felix Holzenkamp und Edin Mujkanovic. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Seit drei Jahren gibt es eine Band in Osnabrück, die unterschiedlichste Stilrichtungen zu einer ganz eigenen Art Weltmusik zusammenmixt: Cicinatela nennt sich das Quartett, das gerade einen wichtigen Preis gewonnen hat: „Creole – Deutschlands Global Music Contest“ heißt der Wettbewerb, bei dem die Osnabrücker zu den Besten des Nordens gekürt wurden.

„Wir haben ein wichtiges Etappenziel erreicht“, sagt Edin Mujkanovic, und man spürt immer noch etwas von der Freude und dem Glück, die über die Band hereinbrachen, als die Jury in Hamburg ihr Urteil verkündete: Cicinatela gehören zu den beiden Bands, die im Mai nächsten Jahres beim Creole-Finale in Hannover zur Kür des besten Weltmusik-Ensembles Deutschlands antreten dürfen.

Insgesamt hatten sich 55 Bands für die Vorentscheidung der fünf nordischen Bundesländer (Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen) angemeldet. Nach einer Vorauswahl stand fest: Die Osnabrücker dürfen sich zusammen mit elf weiteren Gruppen in Hamburg vor Publikum und Jury dem Wettbewerb stellen. „Wie waren zwar nervös, aber als wir anfingen zu spielen, spürten wir ein ganz tolles Gefühl. Als wenn sich eine Tür geöffnet hätte“, erzählt Sängerin Natalia Vanishvili.

Sie stammt aus Georgien und hat in ihrer Heimat Konzertpiano studiert. Als sie 1997 nach Deutschland kam, ging sie auf die Suche nach Musikern, die zu ihr passten. Mit dem Gitarristen Edin und dem Perkussionisten Felix Holzenkamp fand sie Mitstreiter, mit denen sie auf einer Wellenlinie lag: Der eine spürte gerade seinen musikalischen Wurzeln auf dem Balkan nach, der andere hegte schon immer ein Faible für exotische Perkussion im Stil des indischen Musikers Trilok Gurtu. Erst im Mai war Bassist Falk Ostendorf zu der Band gestoßen, weil der ehemalige Tieftöner Maik Reishaus sich in der Band von Tommy Schneller verdingt hatte. Da war dann intensives Proben angesagt, damit man fit für den Creole-Wettbewerb im Herbst war.

„Für unsere Musik gibt es keine Schublade“, sagt Natalia. Zwar finden sich traditionelle georgische Lieder im Repertoire von Cicinatela, aber die werden auf ganz eigene Art interpretiert. Jazz, ein bisschen Rock, Balkan, ein kleiner Schuss Flamenco und andere mediterrane Einflüsse – so entsteht der Sound von Cicinatela, was aus dem Georgischen übersetzt so viel wie „Glühwürmchen“ bedeutet.

„Wir würden gerne mal ausprobieren, wie die Menschen in meiner Heimat auf unsere Musik reagieren“, sagt Natalia. Es gebe insgesamt 4,5 Millionen Georgier und ebenso viele Musikliebhaber: „Es gibt dort keinen Menschen, der nicht singen kann“, sagt sie. Neben den traditionellen Kompositionen hat die Band mittlerweile auch viele eigene Songs geschrieben.

Daher sind die Ziele des Quartetts für das nächste Jahr gesteckt: Zunächst wollen sie im Tonstudio Mühle der Freundschaft eine CD aufnehmen, dann würden sie am liebsten in Georgien und auf dem Balkan eine kleine Live-Tour organisieren – und vor allem freuen sie sich auf das Finale des Creole-Wettbewerbs.


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