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29.10.2013, 17:30 Uhr KOLUMNE

Der eigene Kleingarten (3): Hausputz und erste Ernte

Von Jörg Sanders



Osnabrück. Nachdem ich in den ersten beiden Teilen über die ersten Schritte zum und im Schrebergarten in der Deutschen Scholle Osnabrück berichtet hatte, widmete ich mich anschließend der Reinigung unseres ersten „Eigenheims“ sowie der ersten Ernte. Wobei mir der Giersch weiterhin keine Ruhe lässt ...

Unser Garten sieht inzwischen schon recht schmuck aus, jedenfalls gibt es Gärten in der Deutschen Scholle, die „unordentlicher“ sind als der von meiner Freundin und mir. Doch schon wenige Tage nach Entfernen des Giersch‘ aus der Hecke kam dieser an selber Stelle zurück. Und auch überall sonst. Teufelskraut! Aber egal, denn dafür erzielten wir an anderer Stelle gute Ergebnisse.

Omas Wohnzimmer

So war ich etwa dafür verantwortlich, die Hütte halbwegs in Ordnung zu bringen. Meine Freundin hat eine Stauballergie und könne daher nicht putzen. Ich will ihr das mal glauben. In der Hütte war es jedenfalls ziemlich schmutzig: alles verstaubt, der geflieste Boden derart dreckig, sodass man darauf hätte Kartoffeln pflanzen können. Vom Vorpächter übernahmen wir einen schönen alten Ofen (wer schenkt uns Brennholz? Hier bitte per E-Mail melden!), Kühlschrank, Radio, Couchtisch und eine Sofagarnitur aus vermutlich Omas Zeiten. Eine Schrankwand samt Klappbett gab es dazu, jedoch ohne Matratze. Mikrowelle und Wasserkocher zur Bewirtung von Gästen kamen von uns hinzu. Die Einrichtung gewinnt keinen Design-Preis, doch das war und ist uns nicht weiter wichtig. Von einem Freund bekamen wir noch einen Tisch samt Sitzbank – Modell Eiche rustikal, das sich folglich wunderbar in die vorhandene Ausstattung integrierte. An einem verregneten Sonntagnachmittag räumte ich in der Hütte auf, putzte Staub, fegte und wischte – und nun ist sie relativ sauber. Nach der herben Niederlage über den Giersch ein erhabener Sieg!

Ernte übersteigt Baumwert

Ein weiterer Sieg sollte umgehend folgen. Denn der große Apfelbaum vor der Hütte war noch voller Früchte. Der Wertermittler hatte den Baum mit lediglich zwei Euro taxiert (ich berichtete). Mit so einem langen Teleskop-Ding holte ich die Äpfel herunter, die bis dahin nicht freiwillig heruntergekommen waren (und dann leider geplatzt oder ohnehin schon gammelig waren). Aber selbst mit dem Obstpflücker (so heißt das Teleskop-Ding laut Google) kam ich nicht an die vielen schönen Äpfel ganz oben heran. Meine Freundin sammelte noch ein paar Äpfel vom Dach der Hütte aus ein, und der Schwager meiner Kollegin, die uns besuchten, kletterte weit auf den Baum hinauf und holte den Rest herunter. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ich habe keine Ahnung, wie viele Kilogramm es letztlich geworden sind, aber es waren definitiv zu viele für meine Freundin und mich. Seither freuen sich unsere Arbeitskollegen über die Äpfel. Sie mögen keinen Schönheitspreis gewinnen, sind aber lecker und bio. Zwei nette Kollegen backten mit den Gartenäpfeln einen Kuchen für die Redaktion. Beim ersten bin ich mir aber ziemlich sicher, dass seine Freundin ihn gebacken hatte, nachdem uns die beiden in der Scholle besucht hatten. Mir war es egal, denn der Kuchen war köstlich – was selbstredend weitgehend auf die leckeren Äpfel zurückzuführen war.

Immer wieder Kuchen

Kuchen ist überhaupt ein für uns untrennbares Stichwort in Bezug auf den Garten. Denn meine Freundin und ich bekommen dort recht viel Besuch. Eigentlich jedes Mal. Viele Freunde und Kollegen sowie Familienmitglieder waren schon da. Das Beste daran ist: Irgendwie scheint es sich unabgesprochen eingespielt zu haben, dass der Besuch Kuchen mitbringt. Und es gibt schlimmere Dinge, als im Garten in der Sonne zu sitzen und Bienenstich oder Apfelkuchen zu essen. Giersch rupfen etwa. Kommenden Samstag geht es wieder in den Garten, sofern das Wetter mitspielt. Und auch für dieses Mal haben drei Kollegen und Freunde einen möglichen Besuch angekündigt. Darauf freuen wir uns natürlich wieder sehr. Sofern der Kuchen nicht fehlt ...

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