Wettbewerb „Ganz schön anders“ Osnabrücker Schüler drehen Filme für mehr Inklusion

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Osnabrück. „Ganz schön anders“ lautet der Titel des ersten barrierefreien Kurzfilmwettbewerbs für Schüler in Niedersachsen, der sich für die Inklusion Andersartiger starkmacht. Unter den bislang mehr als 200 teilnehmenden jungen Filmteams aus Förder- und inklusiven Regelschulen befindet sich auch eine Handvoll aus Osnabrück.

„Jeder Jeck ist anders“, heißt es in Köln nicht nur im Karneval. Das Anderssein kann ab und an zu Problemen führen. So kann es passieren, dass ein Junge, der mit einer Sprachstörung gehandicapt ist, sich in haarsträubende Situationen und Missverständnisse verwickelt, weil er vieles wörtlicher nimmt als andere. Oder dass ein rasender Rollstuhlfahrer sein Hilfsmittel als Formel-1-Rennauto interpretiert. Mit diesen und anderen Geschichten beteiligen sich landesweit bereits 204 Schüler-Filmteams an dem Ideenwettbewerb. Nicht nur von der „überwältigend großen Resonanz“, sondern auch von der „erstaunlichen Bandbreite und Vielfalt“ der bisherigen Beiträge zeigte sich Antonia Keinz vom veranstaltenden Königsworth Medienbüro bei einem Besuch der Dreharbeiten in der Montessori-Schule beeindruckt. Nicht nur die Ausgrenzung von Behinderten, sondern auch die von Ausländern und religiös oder sexuell anders Orientierten werde thematisiert. Und das auf vielfältige Weise: Vom Trickfilm über die Dokumentation bis hin zum kleinen Spielfilm seien alle Genres vertreten, sagte Keinz.

Thematische Vielfalt

Die thematische und technische Vielfalt zeigt sich auch bei den bisherigen Teilnehmern aus der Friedensstadt: Während Schüler der zehnten Klasse von Montessori-Lehrerin Kristina Kellers, basierend auf einem realen Fall, die Liebesgeschichte zwischen einem Hauptschüler und einer Förderschülerin im Rollstuhl verfilmen, hatten vier Teams einer von Jakob Bartnik geleiteten Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA) ganz unterschiedliche Ideen. Unter anderem die, das Thema Inklusion anhand eines einzelnen Bleistiftes, der sich in einer Umgebung von lauter Buntstiften zurechtfinden muss, ebenso abstrakt wie buchstäblich zuzuspitzen.

Begleitend finden derzeit in zehn Regionen Niedersachsens Drehbuch- und Filmworkshops für die teilnehmenden Schüler statt. Dort bringen ausgewiesene Medienprofis den jungen Hobbyfilmern bei, wie sie mit Kamera und Computerschnittprogramm ihre Ideen verwirklichen. Das Medienzentrum Osnabrück rage mit seiner Ausstattung besonders heraus, sagte Tobias Milde vom mitveranstaltenden medienpädagogischen Verein „Blickwechsel“. Dort könnten die Teams nicht nur Kameras ausleihen und die Filmergebnisse schneiden, sondern würden bei technischen Fragen mit Rat und Tat unterstützt, versicherte Kooperations- und Ansprechpartner Hubertus Wilker.

Über Jahre gewachsen

Dass der Wettbewerb, der nach den Themen Heimat 2011 und Ehrenamt 2012 nun in die dritte Runde geht, „über Jahre gewachsen“ sei und dabei auch die thematische Vielfalt der Beiträge zugenommen habe, freute auch Andreas Imwalle von der Klosterkammer Hannover, neben den Landessparkassen Hauptförderer des ersten inklusiven Landeskurzfilmwettbewerbs. Als Schirmherr fungiert der bei „Wetten, dass ..?“ verunglückte Film- und Schauspielstudent Samuel Koch. Für den Wettbewerb können sich Schüler der neunten und zehnten, bei Förderschulen auch achten Klassen noch bis Ende des Jahres mit bis zu fünfminütigen Kurzfilmen melden. Den Hauptgewinnern winkt nach der großen Film-Gala am 28. Januar in Hannover nicht nur eine weitreichende TV- und Online-Präsenz, sondern auch eine Reise zur nächsten Berlinale, den Internationalen Filmfestspielen in Berlin.


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