Was tun, wenn‘s brennt? Unangemeldete Feuerwehrübung an der Gesamtschule Schinkel

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Osnabrück. 9.58 Uhr an der Gesamtschule Schinkel: Die Elektromonteure Britta Lückener und Dieter Butke arbeiten gerade im Stromverteilerraum, als einem Kollegen das Malheur passiert: Er löst einen so heftigen Kurzschluss aus, dass Butke von der Leiter fällt und Lückener einen Hammer auf den Kopf bekommt. Schlimmer noch: Der Stromschlag löste einen Brand aus – soweit das Szenario der unangemeldeten Übung der städtischen Feuerwehr am Freitagvormittag.

10.03 Uhr: Starke Rauchschwaden breiten sich schnell im Erdgeschoss der Schule aus.

10.08 Uhr: Jemand hat den Knopf der Hausalarmierung gedrückt, ein Sirenenton gellt durchs Gebäude. Fast zeitgleich geht unter 112 ein Notruf bei der Feuerwehr ein.

10.10 Uhr: Immer mehr Schüler verlassen mit ihren Lehren die Gesamtschule und verteilen sich auf zwei Sammelplätzen.

Die alarmierte Feuerwehr rückt unter Blaulicht und Sirenengeheul mit einem Rüst- und Einsatzwagen sowie zwei Tanklöschfahrzeugen und einer Drehleiter an. Einsatzchef Martin Lange erkundigt sich an den Sammelstellen bei den Räumungshelfern. Marc Surborg, einer von ihnen, meldet, dass in seinem Bereich alle Schüler aus dem Gebäude sind.

In diesem Moment bringt Hausmeister Andreas Taubitz die Nachricht, dass sich im Gebäude zwei verletzte Handwerker befinden. Surborg, gerade im Funkkontakt mit seinem Kollegen von der zweiten Sammelstelle, drückt einem Feuerwehrmann das Megafon in die Hand. „Alle Schulsanitäter sofort hier hin“, klingt es blechern aus der Flüstertüte. Die acht sind augenblicklich zur Stelle und gehen unter Feuerwehrschutz in die Schule. Sie bergen Britta Lückener und Dieter Butke und geleiten sie sicher aus dem durch Nebelmaschinen verrauchten Verteilerraum.

Für diese Rettungsaktion bekommen sie anschließend größten Respekt ausgesprochen. „Das war wirklich vorbildlich“, sagt der „verletzte“ Dieter Butke von der städtischen Berufsfeuerwehr draußen.

Auch als die geborgene und einen schweren Schock mimende Britta Lückener immer wieder aufstehen und weggehen wollte, hätten die Schüler-Sanitäter genau richtig gehandelt: „Sie haben mich beruhigt, mit mir gesprochen und erste Hilfe geleistet“, berichtet die professionelle Feuerwehrfrau.

10.37 Uhr: Die Räumungsübung ist beendet. Im Lehrerzimmer findet die Nachbesprechung statt. Einig sind sich alle Einsatzleiter von Polizei und Feuerwehr, dass der Kontakt der mit Warnwesten kenntlich gemachten Ansprechpersonen einwandfrei funktionierte. Lediglich eine kritische Anmerkung muss Klaus Fiening vom Vorbeugenden Brandschutz der Berufsfeuerwehr Osnabrück machen: „Die Tür zum Brandherd musste, gleich von wem, geschlossen werden, um eine weitere Rauchentwicklung zu stoppen.“

Räumungsübungen dieser Art seien ein sehr wichtiger Faktor für den Fall des Falles, erklärte Fiening.

Neben dem baulichen Brandschutz hätten Lehrer durch vorab erfolgte Organisationsschulungen eine zweite wichtige Aufgabe im Ernstfall. Und: Auch die Einsatzkräfte lernten durch diese Übungsszenarien die Lage und den Aufbau der Gebäude besser kennen.


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