Wer kennt noch Herta von Klot? Erinnerungen an die "Aktion Kastanie" in Onabrück

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Osnabrück. Auch heute noch erfreut sich das Kastaniensammeln bei Jung und Alt großer Beliebtheit. Den Kindern in und um Osnabrück wurde diese Leidenschaft über 20 Jahre durch eine ganz besondere Aktion versüßt.

Die Neue Osnabrücker Zeitung hatte 1969 in Kooperation mit dem Deutschen Familienverband und dem Osnabrücker Zoo die „Aktion Kastanie“ ins Leben gerufen. Alle Kinder und Jugendlichen in Stadt und Land wurden dazu aufgerufen, Kastanien und Eicheln für die Winterfütterung des Rotwildes im Harz zu sammeln.

„Das Sammeln von Kastanien für den Zoo war jedes Jahr fester Bestandteil unseres Kalenders“ schreibt Christina Vogt. „Säckeweise haben wir unter den fünf oder sechs Kastanienbäumen bei der Gaststätte Schumla gesammelt.“

Die Sammelleidenschaft war über die Jahrzehnte hin kaum zu stoppen. Das konnte auch schon mal zu Kastanien-Engpässen führen. So erinnert sich Inge Mallok lachend, dass Osnabrück zu dieser Zeit quasi kastanienfrei war. Als ehemalige Leiterin der Kindertagesstätte St. Marien hat sie über Jahre an dieser Aktion teilgenommen und kann mit Stolz berichten, dass ihr Kindergarten einige Male den Gruppensieg einheimste. 1989 kam die Kita auf sage und schreibe 2.232 kg Kastanien. Inge Mallok erinnert sich auch noch gut daran, dass sie die Kastanien eigenhändig mit ihrem alten VW Käfer zum Zoo gefahren hat und der damalige Zoodirektor Wolf Everts ihr beim Ausladen half.

Auch Dietmar Koch denkt gerne an diese Zeit zurück als sein Sohn Axel – unterstützt von der ganzen Familie – zentnerweise Kastanien sammelte. Als einer der fleißigsten Sammler war er sogar zweimal unter den Hauptgewinnern. Eine Reise in den Harz mit einem umfangreichen Programm wartete auf die glücklichen Preisträger. Dazu zählten im Januar 1972 auch die Kinder von Traudl Koltzenburg. „Wir erlebten drei wunderschöne Wintertage rund um die Familienerholungsstätte Flambacher Mühle bei Clausthal Zellerfeld“ schreibt sie uns. Als besonders imposant ist ihr das Auftreten der Hirsche während der Wildfütterung in Erinnerung geblieben.

Sehr erfolgreich waren auch die Kinder der Familie Toennes. Sohn Stephan wurde 1972 mit 395 kg Kastanien Sieger, wie uns sein Vater berichtete. Bereits ein Jahr vorher gehörte er schon zu den glücklichen Gewinnern der Harzreise. Seine jüngere Schwester Susanne folgte ihm 1974 als Kastanienmeisterin.

Das Archivfoto dieser Woche zeigt die im Jahre 2000 verstorbene Osnabrücker Bildhauerin Herta von Klot. Über viele Jahre war sie eine konstante Größe in der Osnabrücker Kunstszene. Können Sie etwas über diese Künstlerin berichten? Wo sind Arbeiten aus ihrer Hand zu bewundern? Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen und Anrufe.


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