Freitag Termin beim Amtsgericht Iburger Dörenberg-Klinik gerät ins Trudeln

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Für die Bad Iburger Dörenberg-Klinik soll am Freitag beim Amtsgericht in Osnabrück ein „Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“ beantragt werden. Foto: Archiv/Heinz SchlieheFür die Bad Iburger Dörenberg-Klinik soll am Freitag beim Amtsgericht in Osnabrück ein „Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“ beantragt werden. Foto: Archiv/Heinz Schliehe

sta/pm Bad Iburg. Die Bad Iburger Dörenberg-Klinik soll über eine „Insolvenz in Eigenverwaltung“ saniert werden.

Die Schwerpunktklinik für konservative Orthopädie, Rheumatologie, Rehabilitation und Berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung hat derzeit 128 Mitarbeiter sowie 53 geringfügig Beschäftigte. Wie eine von der Klinik beauftragte Kommunikations-Agentur am Donnerstag mitteilte, wird ein Vertreter der zum Verbund der Schüchtermann-Schiller’schen Kliniken zählenden Einrichtung am Freitag beim Amtsgericht in Osnabrück ein „Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“ beantragen.

Dieser Schritt sei erforderlich, da alle bisherigen Bemühungen, die Dörenberg-Klinik wirtschaftlich positiv aufzustellen, ohne Erfolg geblieben seien, heißt es in einer Erklärung. Zuletzt seien Verhandlungen mit der Gewerkschaft über einen Zukunftssicherungsvertrag gescheitert. Das auf Sanierung und Fortführung ausgerichtete neue Insolvenzrecht (ESUG) ermöglicht es, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen der Dörenberg-Klinik in eigener Verantwortung zu entwickeln, umzusetzen und dabei gleichzeitig die Geschäfte fortzuführen.

„Nach intensiver Überprüfung der wirtschaftlichen Situation sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir der Dörenberg-Klinik nur auf diese Weise eine langfristige Fortführungsperspektive bieten können“, wird die am am 2. Oktober berufene Sanierungsgeschäftsführerin Ursula Stecker von der Kommunikationsagentur zitiert. Unterstützt werde sie dabei von der auf Sanierungsthemen spezialisierten Kanzlei Mönig und Partner aus Münster.

Sollte das Gericht dem Antrag zustimmen und die Eigenverwaltung genehmigen, wird ein gerichtlich bestellter vorläufiger Sachwalter dann der Geschäftsführung zur Seite gestellt. Der Klinikbetrieb läuft indes unverändert weiter. „Unsere Patienten können sich auch während des Sanierungsprozesses uneingeschränkt auf die Behandlung und Betreuung in vollem Umfang und mit gewohnter Sorgfalt verlassen“, so Stecker.

In den nächsten Wochen wird man mit den Sanierungsexperten von Mönig und Partner einen Restrukturierungs- und Sanierungsplan erarbeiten und gemeinsam mit allen wesentlichen Beteiligten mit der Umsetzung beginnen. Die Lohn- und Gehaltszahlungen der Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Die Beschäftigten wurden bereits über das weitere Vorgehen informiert.

Bad Iburgs Bürgermeister Drago Jurak sieht die Entwicklung insofern positiv, als sich die Klinik für die Zukunft neu aufstellen könne. „Die Gehälter sind gesichert. Die Patienten werden weiter behandelt.“ Im Moment, so Jurak, seien keine Entlassungen geplant. Die Insolvenz in Eigenverwaltung gebe der Klinik nun die Zeit, eine tragfähige Lösung zu finden. „Der Bedarf für diese Klinik ist schließlich da“, zeigte sich Jurak am Donnerstagabend überzeugt.

Die Dörenberg-Klinik wurde 1976 als Rehabilitationsklinik für Herz- und Gefäßkrankheiten und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Das Haus verfügt heute über 223 orthopädische Rehabetten und zwölf Plätze für die Kurzzeitpflege.


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