Papierhüte weisen den Weg Osnabrück: Jugendliche und das Steckenpferdreiten

An der Route der Steckenpferdreiter weisen kleine Papierhüte den Weg, die von Jugendlichen in der Jugendwerkstatt Dammstraße hergestellt worden sind. Foto: Klaus LindemannAn der Route der Steckenpferdreiter weisen kleine Papierhüte den Weg, die von Jugendlichen in der Jugendwerkstatt Dammstraße hergestellt worden sind. Foto: Klaus Lindemann

tw Osnabrück. Wenn am Freitag die Steckenpferdreiter und ihr Gefolge durch die Innenstadt ziehen, haben auch acht Jugendliche aus der Jugendwerkstatt Dammstraße ihren Anteil daran.

Am Beginn des Zuges um 17 Uhr werden drei Symbole von den Städtebotschaftern getragen, die in der Werkstatt angefertigt wurden; und entlang der Route weisen kleine Papierhüte und Luftballons den Weg, die ebenfalls das Oktett hergestellt hat. Für die acht Jugendlichen ist der Zug am Freitag wie für die Viertklässler eine Premiere. Die meisten sind in anderen Städten geboren und mit der Osnabrücker Tradition nicht vertraut. Am 22. Oktober 1948 fand es zum ersten Mal statt anlässlich der 300-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens, der 1648 den 30-jährigen Krieg beendete. Die Verhandlungen wurden damals in Osnabrück und Münster geführt.

„Das Steckenpferdreiten steht oft nur für Grundschüler. Der Friedensgedanke sollte aber weitergetragen und auf Jugendliche erweitert werden“, sagt Anke Bramlage, Projektleitung Steckenpferdreiten des städtischen Fachbereichs Kultur. Das gilt für die jungen Menschen, die in der Jugendwerkstatt in den Berufsbereichen Holzverarbeitung, Metallverarbeitung, Lagerwirtschaft, Garten-Landwirtschaft und Hauswirtschaft sowie als Maler und Lackierer gefördert werden. Dort sind in den vergangenen Jahren überdimensionale Nachbauten eines Steckenpferds, des Osnabrücker Rads und der Türklinke des Rathauses mit der Friedenstaube entstanden. 2012 bauten Jugendliche das Ratshaus anlässlich seines Geburtstages aus Sperrholz nach.

Anke Bramlage betont, dass die Einbindung junger Menschen in den Friedensgedanken auch für die Städtebotschafter gilt, die am Freitag die Symbole tragen, die in der Jugendwerkstatt angefertigt wurden. Es ist übrigens der erste offizielle Termin für die Städtebotschafter, sagte Bramlage.

Sie berichtete auch, dass die jungen Leute aus der Dammstraße großes Interesse daran haben, für die Steckenpferdreiter zu arbeiten. Sie sind auch am Freitag dabei und verteilen Luftballons auf dem Marktplatz, dem Ziel der Steckenpferdreiter. Der Anleiter der Jugendlichen, Olaf Krohn, und seine Kollegin Uschi Braumberger meinen: „Die Luftballons sind ein tolles Trostpflaster für die Kinder, die kein Steckenpferd haben.“


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