Autofahrer brauchen Geduld „Critical Mass“ am Freitag auf Osnabrücker Wall

Critical Mass am 26. September 2009 in Osnabrück. Foto: Archiv/PartonCritical Mass am 26. September 2009 in Osnabrück. Foto: Archiv/Parton

Osnabrück. Am kommenden Freitag, 25. Oktober, wird sich die „Critical Mass“ – die „kritische Masse“ – erneut auf Fahrrädern in gemächlichem Tempo durch Osnabrück ihren Weg bahnen. Auch dieses Mal dürfte sie die Geduld einiger Autofahrer auf die Probe stellen, die mit wenigen Kilometern pro Stunde hinter den Zweiradlern hinterherfahren müssen.

Am kommenden Freitag begibt sich die „Critical Mass“ erneut auf Osnabrücks Straßen. Die „kritische Masse“ in Osnabrück ist eine Art nicht angemeldete Fahrrad-Demo. Seit September treffen sich Radfahrer jeden letzten Freitag im Monat um 18 Uhr an einem noch unbekannten Ort, um durch Osnabrück zu fahren – auch dieses Mal vermutlich wieder um den Wall. Der Treffpunkt wird erst etwa eine Stunde zuvor bekannt gegeben.

Nach gemeinsamer Abfahrt nehmen die Radfahrer in der Regel alle Spuren auf ihrem Weg ein. Doch von Blockieren ist laut der Initiatoren keine Rede, denn das Motto der „Critical Mass“ lautet: „Wir blockieren nicht den Verkehr, wir SIND Verkehr!“ Die Aktion soll auf den Radverkehr aufmerksam machen. Für Autofahrer ist der Freitag besonders ungünstig, da die Polizei den Neumarkt ohnehin aufgrund des Steckenpferdreitens von etwa 17.20 Uhr bis 18 Uhr sperrt.

Beim vergangenen Mal am 27. September nahmen etwa 30 Teilnehmer an der Aktion teil. In knapp einer Stunde umfuhren die Radler zwei Mal die Osnabrücker Innenstadt – sehr zum Ärger mancher Autofahrer. Für Freitag haben sich der Facebookseite zufolge bereits mehr als Hundert Personen angemeldet.

Diesen Freitag ist womöglich mit mehr Teilnehmern als in der Vergangenheit zu rechnen, da die anonymen Initiatoren der Aktion 1500 Info-Flyer an der Uni verteilten.

Die „Critical Mass“ gibt es bereits in zahlreichen deutschen Städten – in Hamburg etwa nehmen an der Aktion der Initiatoren zufolge bereits mehr als 2200 Radfahrer teil – begleitet von der Polizei. In Osnabrück nahmen bereits 2009 etwa 200 Radfahrer an einer „Critical Mass“ teil.


Am Freitagabend ab 18 Uhr müssen Autofahrer mit Verkehrsbehinderungen auf dem Osnabrücker Wall rechnen. Die Aktion wird voraussichtlich etwa eine Stunde dauern. Autofahrer sollten den Wall möglichst meiden und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Die rechtliche Situation laut § 27 der Straßenverkehrsordnung (Verbände):

(1) Für geschlossene Verbände gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß. Mehr als 15 Rad Fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Kinder- und Jugendgruppen zu Fuß müssen, soweit möglich, die Gehwege benutzen.

(2) Geschlossene Verbände, Leichenzüge und Prozessionen müssen, wenn ihre Länge dies erfordert, in angemessenen Abständen Zwischenräume für den übrigen Verkehr frei lassen; an anderen Stellen darf dieser sie nicht unterbrechen.

(3) Geschlossen ist ein Verband, wenn er für andere am Verkehr Teilnehmende als solcher deutlich erkennbar ist. Bei Kraftfahrzeugverbänden muss dazu jedes einzelne Fahrzeug als zum Verband gehörig gekennzeichnet sein.

(4) Die seitliche Begrenzung geschlossen reitender oder zu Fuß marschierender Verbände muss, wenn nötig (§ 17 Absatz 1), mindestens nach vorn durch nicht blendende Leuchten mit weißem Licht, nach hinten durch Leuchten mit rotem Licht oder gelbem Blinklicht kenntlich gemacht werden. Gliedert sich ein solcher Verband in mehrere deutlich voneinander getrennte Abteilungen, dann ist jede auf diese Weise zu sichern. Eigene Beleuchtung brauchen die Verbände nicht, wenn sie sonst ausreichend beleuchtet sind.

(5) Wer einen Verband führt, hat dafür zu sorgen, dass die für geschlossene Verbände geltenden Vorschriften befolgt werden.

(6) Auf Brücken darf nicht im Gleichschritt marschiert werden.

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