Humboldt-Auszeichnung für Hochschule Millionen-Professur für Osnabrücker Uni

Mit dem höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands soll die Umweltökonomin Stefanie Engel von der ETH Zürich künftig am Institut für Umweltsystemforschung an der Universität Osnabrück forschen und lehren. Foto: privatMit dem höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands soll die Umweltökonomin Stefanie Engel von der ETH Zürich künftig am Institut für Umweltsystemforschung an der Universität Osnabrück forschen und lehren. Foto: privat

Osnabrück. Historischer Moment und große Finanzspritze für die Osnabrücker Hochschule: Die Universität erhält erstmals in ihrer knapp 40-jährigen Geschichte eine Alexander von Humboldt-Professur.

Gemeinsam mit der Umweltökonomin Stefanie Engel aus Zürich hatte sich die Bildungseinrichtung beworben und neben fünf anderen deutschen Unis den Zuschlag bekommen. Jetzt müssen sich die Osnabrücker nur noch einig werden mit der Wissenschaftlerin und letzte Details klären, dann könnte es 2014 losgehen. Das Preisgeld von 3,5 Millionen Euro wäre für die Finanzierung der ersten fünf Jahre bestimmt.

„Das ist die Goldmedaille, die wir da gewonnen haben“, sagte Universitätssprecher Utz Lederbogen der noz. „Meist werden nur große Hochschulen ausgezeichnet.“ Engel selbst teilte schriftlich mit, sie freue sich ebenfalls sehr.

14 deutsche Universitäten und Hochschulen hatten sich für den Preis beworben, hinter dem die Intention steckt, große Köpfe der Wissenschaft wieder nach Deutschland zurückzuholen. Neben Engel und der heimischen Uni sollen nach dem Juryentscheid auch die Hochschulen in Köln, Ulm, Halle, Mainz und München eine Humboldt-Professur erhalten. Wenn sich alle einigen, kehren die Forscher, die quasi als Aushängeschild der Bewerbung dienten, nach Deutschland zurück, um „langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen“ zu gewährleisten. So formuliert es die Alexander von Humboldt-Stiftung mit Sitz in Bonn.

Doch was bedeutet die 45-jährige Zürcher Umweltökonomin, die im amerikanischen Maryland studierte und Bonn habilitierte, für die Uni? „Mit ihr würden wir für unser interdisziplinäres Institut für Umweltsystemforschung eine exzellente und international ausgewiesene Wissenschaftlerin gewinnen“, sagte Präsident Wolfgang Lücke. Engel, von der Uni als künftiges „Glanzlicht“ tituliert, beschäftigt sich vor allem mit der Politik und Ökonomie von Ökosystemdienstleistungen. Das heißt, sie untersucht, wie Individuen und Gruppen mit ihrer Umwelt und natürlichen Ressourcen umgehen und wie ihr Verhalten beeinflusst und gesteuert werden kann. Methoden aus der Verhaltensökonomie oder der Spieltheorie kommen ihr dabei zu Hilfe. In Osnabrück könnte Engel laut Uni das interdisziplinäre Institut für Umweltforschung verstärken und an die internationale Spitze führen, hofft die Einrichtung.

Die sogenannten Berufungsverhandlungen mit Engel, die nach Nominierungen laut Uni in der Wissenschaft gang und gäbe sind, sollen in Kürze beginnen. „Wir hoffen, dass sie nach Osnabrück kommt“, sagte Lederbogen. Engel selbst klingt optimistisch: „Ich würde mich freuen, wenn die Berufungsverhandlungen zu einem guten Abschluss kommen.“

Die Verleihung der Professuren an alle, die ihre Verhandlungen erfolgreich abschließen, findet am 7. Mai 2014 in Berlin statt.


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