Seit 1999 im Ensemble von Gregor Zöllig Für „Sacre“ zurück in Osnabrück: Tänzerin Brigitte Uray

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Brigitte Uray
            

            

              Foto: Philipp OttendoerferBrigitte Uray Foto: Philipp Ottendoerfer

Osnabrück. Das Osnabrücker Theater rekonstruiert Mary Wigmans Choreografie „Le Sacre du Printemps“. Die Tanzensembles aus Bielefeld und Osnabrück werden am 9. November gemeinsam auf der Bühne stehen. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit sechs Tänzern, die lange in Osnabrück engagiert waren. Eine davon ist Brigitte Uray.

„Manche Wege im Haus gehe ich noch automatisch“, sagt die gebürtige Österreicherin Brigitte Uray, als sie von den Proben für den „Sacre“-Abend im Osnabrücker Theater am Domhof erzählt. Das sei „schon ein bisschen alte Heimat“. Die Tänzerin gehört seit 14 Jahren zum Ensemble von Gregor Zöllig, der von 1997 bis 2005 Tanzchef in Osnabrück war. Im Anschluss wechselte sie mit ihm an das Theater Bielefeld .

„Ich habe in der Arbeit mit Gregor Zöllig meine künstlerische Heimat gefunden.“ Grund: „Ich kann mich immer neu entdecken. Wir arbeiten ja auch mit Gastchoreografen zusammen, und in unseren Stücken mit Gregor haben wir viel Eigenanteil.“ Denn Ideen der Tänzer fließen im Rahmen von Improvisationen in die Entwicklung eines neuen Stückes ein: „Das ist eine sehr persönliche Arbeit – und das schätze ich einfach ungemein.“ Mit fünf anderen Kollegen gehört sie nun zu Zölligs Stamm-Ensemble: „Das ist wirklich etwas ganz Besonderes, weil wir kontinuierlich an derselben Sache wachsen, unsere Arbeit weiterentwickeln, da herrscht natürlich ein irrsinniges Vertrauen unter uns.“

In Bielefeld habe sich einiges für sie als Tänzerin geändert, sagt sie. Die Arbeitsplatzbedingungen hätten sich für das Ensemble verbessert: Sie müssten nicht mehr in Operetten- und Musical-Produktionen tanzen. Der Vorteil: „Damit können wir uns auf unsere Arbeit, die uns am Herzen liegt, auf unsere Tanztheaterstücke, mehr konzentrieren.“

Das „Sacre“-Projekt gemeinsam mit der Osnabrücker Compagnie sei für sie „eine tolle Erfahrung, auch mit mehr Tänzern, insgesamt 25, auf der Bühne zu stehen.“ Ein Stück aus dem Jahr 1957 nur anhand von Skizzen, Notizen und Probenfotos mit der Choreografin Henrietta Horn und dem Rekonstruktionsteam „ins Heute zu bringen ist eine interessante Arbeit“, schwärmt sie. In gewisser Weise habe sie schon Erfahrung mit einer Art von Rekonstruktion: 2012 hat sie mit Susanne Linke deren Duett „Effekte“ (1990) anhand von Videomaterial wieder auf die Bühne gebracht.

Empfindet sie Mary Wigmans Tanzsprache als zeitlos? „Das Stück hat eine Zeitlosigkeit in der Art, wie wir oder Henrietta Horn damit umgehen. Manche Bewegungen kommen einem erst altmodisch vor“, so Uray, „aber dann versuchen wir eine bestimmte Energie darin zu finden, die das Zeitlose – hoffe ich – ausmachen wird. Wir arbeiten extrem an der Qualität in den Bewegungen.“

Mit Mauro de Candias Osnabrücker Compagnie habe es keine Berührungsängste gegeben: „Inzwischen kennen wir uns sehr gut. Man arbeitet an derselben Sache, man kann voneinander lernen.“ Die Ensembles hätten unterschiedliche Profile, deshalb freut sie sich schon darauf, wie am 9. November erstmals „die Stücke unserer Chefchoreografen neben Wigmans ,Sacre‘ wirken werden. Das wird noch spannend.“


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