Branche steht auf Flashmob gegen Pflegenotstand in Osnabrück

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Osnabrück. Punkt 11 Uhr haben sich am Samstagvormittag etwa 150 Menschen aus der Pflegebranche auf den Boden am Nikolaiort gelegt. Sie protestierten damit gegen den bisher bekannt gewordenen Diskussionsstand der Berliner Sondierungsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD. „Die Situation der Pflege tauchte darin mit keinem Wort auf“, sagte Michael Thomsen vom Runden Tisch Pflege in Osnabrück.

Der Fachkrankenpfleger und Altenpflege-Experte hatte deshalb die Aktion „Die Pflege liegt am Boden“ über das soziale Netzwerk Facebook gestartet. In rund 40 deutschen Städten haben sich Menschen aus Pflegeberufen der Initiative zeitgleich angeschlossen, meinte Thomsen nach dem zehnminütigen Protestrelax. Diese Art des Flashmobs sei die angemessene, weil handelnde Art für die Pflegebranche. „Man braucht dafür keine langen Reden von Gewerkschaftern“, so Thomsen.

Er forderte von der Politik drei Punkte: Erstens benötige es eine Anerkennung des Pflegenotstands durch die Politik. Das habe zweitens eine gesetzliche Regelung von Personalstellen nach sich ziehen. Und: „Das Finanzierungssystem der Pflege muss in eine solidarische Vollkasko-Pflegeversicherung umgewandelt werden, forderte Thomsen.

Sollte in den nun beginnenden Koalitionsverhandlungen die Situation der Pflege wiederum keine Rolle spielen, werde man versuchen eine Protestlawine ins Rollen zu bringen, kündigte der Altenpflege-Experte an. „Dann liegen wir hier jeden Samstag und die Aktion heißt dann fünf-vor-zwölf.“ Er rief ebenfalls die Bevölkerung auf, sich an den Protestaktionen zu beteiligen. „Denn betroffen ist früher oder später auch derjenige, der gepflegt werden will.“


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