Wenn der Lolly zum Ohrring wird Osnabrücker Studentin backt Leckereien aus Fimo

Lollys, Kuchen, Pizza und Brezeln – was Leonie Engelfried sich morgens um den Hals hängt, kann sie jeden Tag neu entscheiden. Die Leckereien backt sie selbst. Fotos: Stefanie HiekmannLollys, Kuchen, Pizza und Brezeln – was Leonie Engelfried sich morgens um den Hals hängt, kann sie jeden Tag neu entscheiden. Die Leckereien backt sie selbst. Fotos: Stefanie Hiekmann

Osnabrück. Leonie Engelfried backt gerne. Pizza, Zimtschnecken, Torten, Kekse und Donuts. Manchmal auch einen Teller Spaghetti mit Tomatensoße oder ein paar Marshmallows. Essbar ist leider nichts davon. Stattdessen kann Frau sich mit den Leckereien schmücken. Aus den Backwerken der 25-Jährigen entstehen Ohrringe, Kettenanhänger, Armbänder, Schlüsselanhänger oder Taschenspiegel.

Leonie Engelfried backt mit Modelliermasse. Fimo heißt das Material, das sie in unterschiedlichsten Farben im Schrank stehen hat und nach Bedarf in ihrer Schmuck-Küche verarbeitet. Es fühlt sich an wie feste Knete, die erst in den Händen angewärmt werden muss, bevor man sie in die gewünschte Form bewegen kann. Heute möchte die gebürtige Hamburgerin ein paar Marshmallow-Ohrringe backen. „Die sind am einfachsten“, sagt die 25-Jährige. Ein Stückchen hellblaue und ein Stückchen rosafarbene Modelliermasse werden zurechtgelegt und in den Händen erwärmt. „Es ist wichtig, dass ich Handschuhe trage, weil keine Fingerabdrücke zu sehen sein dürfen.“ Auch Staub macht sich nicht gut auf den kleinen Schmuckstücken.

Sie formt aus den beiden Farben zwei kleine Mini-Stangen und legt sie nebeneinander auf die Arbeitsplatte. Wie ein Marshmallow werden die beiden Stücke nun ineinander eingedreht. Fehlt nur noch der Ohrstecker, der vorsichtig in die teigige Masse gesteckt wird, dann ist der Marshmallow backfertig. „Der wird wie Kuchen gebacken“, sagt Leonie Engelfried. Eine halbe Stunde im Ofen, dann ist die Modelliermasse fest.

Vor anderthalb Jahren ist Leonie Engelfried auf die Idee gekommen, schmückende Köstlichkeiten zu backen. Das war während ihrer Masterarbeit des Lehramtsstudiums. „Das war ein entspannender Ausgleich.“ Zunächst kreierte sie auch Schleifen, Sterne und andere Motive. Doch irgendwann blieben nur die scheinbar essbaren Kleinigkeiten zurück. Leonie Engelfried vermutet, dass ihre Liebe zu Japan dazu geführt hat. „In Japan ist Essen etwas sehr Wertvolles, es wird viel mehr geschätzt als bei uns in Deutschland.“ So begann sie Kekse, Kuchenstücke und herzhafte Leckereien zu kreieren. Ihr Label, mit dem sie die kleinen Schmuckstücke verkauft, hat sie auf den Namen Kirschblütenwunderland getauft. Auch dabei sei die Japan-Liebe im Spiel gewesen: „Kirschblüten stehen in Japan für kleine Dinge, die man wertschätzen soll.“ Zwischen 10 und 20 Euro kosten die meisten Schmuckstücke, die Leonie Engelfried im Angebot hat.

Hin und wieder ist sie auf Märkten unterwegs, hauptsächlich verkauft sie ihre Handarbeiten jedoch über ihren Onlineshop www.kirschblueten-wunderland.de. Für die 25-Jährige ist die kreative Arbeit in erster Linie ein Hobby, bei dem sie entspannen kann. Ein Nebenjob, von dem wohl viele träumen. Hauptberuflich geht die junge Frau Anfang 2014 ins Grundschulreferendariat. Ihre gebackenen Schmuckstücke soll es dann trotzdem noch geben. Aber: Nic ht naschen, Kinder.


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