Wegen erfundener Vergewaltigung Urteil: Heidi K. muss Schmerzensgeld zahlen

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Heidi K. und ihr Anwalt Torsten Rock vor dem Landgericht in Darmstadt. Archivfoto: dpaHeidi K. und ihr Anwalt Torsten Rock vor dem Landgericht in Darmstadt. Archivfoto: dpa

Osnabrück. Die 12. Zivilkammer am Landgericht Osnabrück hat Heidi K. aus Bad Rothenfelde in Abwesenheit zur Zahlung von 80.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Sie soll eine Vergewaltigung erfunden und dadurch einen mittlerweile verstorbenen Kollegen zu Unrecht hinter Gitter gebracht haben. Ob dessen Tochter das Geld als Teil des Erbes aber tatsächlich erhält, ist unklar.

Nicht einmal fünf Minuten dauerte das Verfahren, dann stand das Urteil fest: Sowohl K. als auch ihr Anwalt hatten im Vorfeld angekündigt, nicht zum Zivilverfahren zu erscheinen. Gegen die Lehrerin aus dem Osnabrücker Land erging deswegen ein sogenanntes Versäumnisurteil. Zwei Wochen bleiben K. jetzt, um Einspruch einzulegen. Dann müsste vor dem Landgericht eine neue Verhandlung angesetzt werden.

Die Tochter des zu Unrecht verurteilten Kollegen von Heidi K. könnte das Geld aber bereits jetzt durch einen Gerichtsvollzieher eintreiben lassen. Ihr Anwalt Hartmut Lierow erklärte im Anschluss aber: „Ich rechne nicht unbedingt, dass das Geld fließt.“

Zum Hintergrund: Durch die Beschuldigungen von K. wurde ihr Kollege Horst Arnold zu mehreren Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Er saß die komplette Zeit ab, erst nach seiner Freilassung wurde der Prozess neu aufgerollt und Arnold nachträglich freigesprochen.

Im Anschluss musste sich Heidi K. selbst vor Gericht verantworten. Das Landgericht Darmstadt verurteilte sie am 10. September dieses Jahres wegen Freiheitsberaubung zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Das Urteil ist allerdings noch nichts rechtskräftig, da K. Rechtsmittel eingelegt hat. Der Bundesgerichtshof muss sich jetzt mit dem aufsehenerregenden Fall befassen.


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