Lebensfroher Kulturverein „Tag der offenen Burg“ am Güterbahnhof

Von Nils Stockmann

<em>Handgemacht: </em>Jörg Kerll baut Didgeridoos aus Kunststoffrohren, Bienenwachs und Farbe. Foto: Gert WestdörpHandgemacht: Jörg Kerll baut Didgeridoos aus Kunststoffrohren, Bienenwachs und Farbe. Foto: Gert Westdörp

nsto Osnabrück. Buntes Programm und vorsichtiges Parken: Der Kulturverein „Petersburg“ am Güsterbahnhof hat am Sonntag den „Tag der offenen Burg“ gefeiert. Dabei zeigte sich: Der Verein auf dem Gelände des Güterbahnhofs ist bei den unterschiedlichsten Gruppen der Stadt angekommen.

Osnabrück. Platz für jeden, der Raum für eine Idee oder ein Projekt braucht – das verspricht der „ Kulturverein Petersburg e.V. “. Beim „Tag der offenen Burg“ am 3. Oktober zeigte sich nicht nur das Wetter von seiner besten Seite, sondern auch der Kulturverein begeisterte seine Gäste mit einem breiten Angebot.

Viele der Gruppen, die auf dem Gelände im ehemaligen Güterbahnhof aktiv sind, hatten für den „Tag der offenen Burg“ Mitmachangebote und Unterhaltungsprogramme vorbereitet. So konnte man am Donnerstagnachmittag zum Beispiel ein Insektenhotel bauen oder an einem Tango-Workshop teilnehmen. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von zahlreichen Bands, die im Gebäude der „Petersburg“ proben.

Man sei froh, dass alles so gut funktioniere, sagt Florian Beyer, Vorstandsmitglied im „Kulturverein Petersburg“. Jede Gruppe habe sich nach ihrem Belieben unabhängig einbringen können. Dass sich die Angebote so gut ergänzten, sei sehr erfreulich, sagt Beyer. Großen Andrang fand Jörg Kerll, der aus einem Baurohr, etwas Bienenwachs und schwarzer Farbe mit den Gästen Didgeridoos, australische Blasinstrumente, bastelte.

Es ist dieser Charme des Selbstgemachten, der den „Freiraum Petersburg“ umgibt. Familiär und lebensfroh präsentiert der Kulturverein sich und kommt bei seinen Gästen damit an. Über die wachsende Aufmerksamkeit der Osnabrücker freue sich auch der Kulturverein, sagt Beyer: „Wir wollen offen sein für alle Alters- und Interessengruppen – das wollen wir am heutigen Tag nach außen tragen.“

Wenige Probleme habe der Freiraum Petersburg bisher mit dem Eigentümer des Geländes, der Zion GmbH , gehabt. Zion hatte am vergangenen Wochenende für Aufsehen gesorgt, als sie im Zuge der Designmesse „ DeMO “ mehrere Autos von Besuchern abschleppen ließ, die auf dem Gelände geparkt hatten. Zwar sei es auch schon vorgekommen, dass Fahrzeuge von Aktiven im „Freiraum Petersburg“ abgeschleppt worden seien, erklärt Beyer, man sei aber darauf bedacht, die Fronten zwischen Eigentümer Zion und dem Verein nicht zu verhärten. Deswegen habe man Besucher und Aktive gebeten, nicht auf den von Zion markierten Flächen zu parken. „Wir sehen mit dem Eigentümer des Güterbahnhofes derzeit keine Schnittmenge, und um ehrlich zu sein, suchen wir diese auch nicht gerade“, sagt auch Ingo Bolln vom Kulturverein Petersburg.

Trotzdem wisse auch der Verein um die schwierige Situation auf dem Gelände. Man sei deswegen bedacht darauf, ein eigenes, breiter aufgestelltes Konzept zu entwickeln, mit dem man offensiv in Verhandlungen um die Nutzung des „Freiraums Petersburg“ einsteigen könne, ergänzt sein Kollege Beyer. Vorerst will der „Kulturverein Petersburg“ aber so weitermachen, wie er sich am „Tag der offenen Burg“ präsentierte: als offene Gemeinschaft für Menschen mit kreativen Ideen.


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