Kalla Wefel lud Kandidaten ein Oberbürgermeisterwahl: „Die Welt wird nicht untergehen“

Gingen fair miteinander um: Die OB-Kandidaten Wolfgang Griesert (CDU, mitte) und Birgit Bornemann (SPD) beim Heimatabend von Kalla Wefel. Foto: PentermannGingen fair miteinander um: Die OB-Kandidaten Wolfgang Griesert (CDU, mitte) und Birgit Bornemann (SPD) beim Heimatabend von Kalla Wefel. Foto: Pentermann

Osnabrück. Bornemann gegen Griesert: Wenige Tage vor der Stichwahl zum Osnabrücker Oberbürgermeister stellten sich die beiden Kandidaten beim „Heimatabend“ in der Lagerhalle einem Rededuell. Dabei ging es weniger bissig zu als zwei Wochen zuvor.

Hat Oberbürgermeisterkandidat Wolfgang Griesert 2006 das Rennen gegen Boris Pistorius verloren, weil die SPD mehr Geld für ihren Wahlkampf hatte? „Das passiert uns nicht noch mal!“, meinte der CDU-Kandidat, als ihn Gastgeber Kalla Wefel auf die „Materialschlacht“ vor der Stichwahl ansprach. Beim „Heimatabend“ in der Lagerhalle verwies seine Kontrahentin Birgit Bornemann von der SPD auf ihren etwas bescheideneren Etat.

Bornemann stellte sich als die Kandidatin vor, die für sichere Arbeitsplätze, bezahlbaren Wohnraum und Familienfreundlichkeit steht. Griesert verwies auf seine achtjährige Tätigkeit im Verwaltungsvorstand der Stadt, auf sein Eintreten für grüne Freiräume und auf eine Wohnraumpolitik, die in diesem Jahr zu einer höheren Zahl von Schulanfängern geführt habe.

Zur Gestaltung des Neumarkts äußerte sich Birgit Bornemann zuversichtlich, dass es mit dem Investor mfi gelingen werde, Neustadt und Altstadt besser zu verbinden. „Wir haben eine gute Chance, dass wir uns von diesem Schandfleck verabschieden“ erklärte sie. Herausfordernd ging sie ihren Kontrahenten Griesert an, er verheimliche seine Haltung zum geplanten Einkaufszentrum. Der CDU-Mann sprach sich daraufhin klar für die Verwirklichung der aktuellen Pläne aus. Anders als die früheren Entwürfe sei eine Größe von 13.400 Quadratmetern absolut vertretbar, auch für die Johannisstraße. Griesert sprach sich zudem dafür aus, dass der Investor klare Ansagen von der Stadt bekommt.

Sollte die Stadt nicht den Landkreis drängen, sich an der Finanzierung für das Theater und die Lagerhalle zu beteiligen? Diese Frage kam aus dem Publikum. Gespräche führen ja, meinte Birgit Bornemann, aber nicht mit der Tür ins Haus fallen. Die Zusammenarbeit könne aber sicher noch verbessert werden. Ähnlich äußerte sich Wolfgang Griesert. Es gebe noch weitere Aufgaben, die von der Stadt finanziert und von Landkreisbewohnern genutzt würden, aber es gebe keinen rechtlichen Hebel, allerdings auch höhere Zuweisungen für Oberzentren wie die Stadt Osnabrück.

Zu seinem „Heimatabend“ hatte Gastgeber Kalla Wefel auch die anderen OB-Kandidaten eingeladen, die wie er nicht in die Stichwahl gekommen waren. Aber nur Thomas Klein von den Grünen war gekommen, um zur Wahl von Birgit Bornemann aufzurufen. Am Ende fasste Kalla Wefel mit Blick auf Bornemann und Griesert zusammen: „Egal, wer von den beiden gewählt wird, die Welt wird nicht untergehen!“ Und dann wartete er vor seinem Publikum im voll besetzten Café Spitzboden mit einer Überraschung auf: Er selbst werde Birgit Bornemann wählen. Dabei hatte er sich bisher stets für den CDU-Kandidaten ausgesprochen. Den Widerspruch schaffte er mit einem Augenzwinkern aus der Welt: Wenn die SPD nicht in die Stichwahl gekommen wäre, hätte er für Griesert votiert, fügte er spitzfindig hinzu.


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